Quotenrechner für Sportwetten in der Schweiz: Rechnen dürfen alle, wetten nur zwei

Updated Oktober 2026
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Ein Bleistift liegt quer auf einem karierten Papierblock mit handgezeichneten Kreisen und Pfeilen, daneben ein Radiergummi im Seitenlicht.
Der Reingewinn einer Sportwette mit festen Quoten errechnet sich als Einsatz × (Quote − 1).
Zuletzt aktualisiert: Lesezeit: 34 Min.
Inhaltsverzeichnis

Ein Quotenrechner ist ein Taschenrechner mit guten Manieren. Er nimmt Einsatz, Quote und die Zahl der Voraussagen und gibt zurück, was dabei herauskommt — nicht mehr. Die Quote selbst ist bereits eine Meinung über ein Sportereignis, und in der Schweiz ist sie zusätzlich durch eine Bewilligungslage eingerahmt, die es so nur hier gibt: Sportwetten dürfen allein zwei Veranstalter anbieten.

Stand 31 Oktober 2026; Bewilligungen und Veranstalterangaben geprüft gegen die Bewilligungsordnung des Bundesgesetzes über Geldspiele und die Aufsicht der Gespa.

Was ein Quotenrechner tut und wo seine Grenze liegt

Ein Rechner hat keine Meinung zu Ihrer Voraussage. Er weiss nicht, ob Sie auf einen Tabellenletzten zu einer Quote von 8.50 setzen, weil Sie etwas wissen, oder weil es gestern spät geworden ist. Er verarbeitet drei Eingaben und gibt eine Zahl aus.

Der Reingewinn einer Sportwette mit festen Quoten errechnet sich als Einsatz × (Quote − 1). Das ist die vollständige Formel. CHF 20 auf eine Quote von 2.10 ergeben einen Reingewinn von CHF 22 und eine Auszahlung von CHF 42. Zwischen Auszahlung und Reingewinn liegt der Einsatz, der bei einem Gewinn mit zurückfliesst — der erste Stolperstein für jeden, der zum ersten Mal einen Wettschein liest.

Was der Rechner nicht liefert, ist eine Aussage über die Eintrittswahrscheinlichkeit. Eine Quote von 8.50 sagt nicht, dass Ihr Tipp in jedem zwölften Fall sitzt. Sie sagt nur, was ausgezahlt wird, falls er sitzt. Und sie verschweigt, dass ein Teil ihres Werts schon vor der Auszahlung abgezweigt wurde.

Rechnen Sie das an einem illustrativen Zwei-Weg-Markt mit Quoten von je 1.90 durch — ein Beispiel, kein quotierter Preis. Der Auszahlungsschlüssel liegt bei 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90), also bei rund 95 Prozent. Die Marge des Veranstalters beträgt damit etwa 5 Prozent. Das ist eine Bandbreite, keine Konstante: Sie hängt davon ab, wie der Veranstalter den Markt aufbaut, welcher Wettkampf dahintersteht und wie viel Volumen er erwartet. Ein populäres Fussballspiel kann deutlich darunter liegen, ein Randmarkt deutlich darüber.

Beachten Sie, was diese fünf Prozent für einen konkreten Haushalt bedeuten. Werden aus CHF 20 Einsatz wöchentlich über ein Jahr rund tausend Wetten, dann sind es grob fünfzig Franken, die der Markt im Durchschnitt behält — vorausgesetzt, Ihre Voraussagen treffen genau so oft ein wie die wahren Wahrscheinlichkeiten. Das ist ein Durchschnittswert, keine Vorhersage: Ob eine einzelne Wette gewinnt, sagt Ihnen die Marge nicht, und keine Zahl auf dieser Seite sagt Ihnen, wie oft Sie recht haben werden. Sie sagt nur, was der Markt tut, während Sie es tun.

Grundlagen der Rechnung: Einzelwette, Kombiwette, Systemwette

Die drei Wettformen unterscheiden sich weniger im Rechenweg als darin, wie viele Voraussagen falsch sein dürfen.

Ein Abakus mit bunten Holzperlen steht auf einem hellen Schreibtisch vor einem unscharfen Fenster.
Ein Wettrechner berechnet Einzel-, Kombi- und Systemwetten mit 1 bis 20 Auswahlen.

Bei der Einzelwette gilt die Formel unverändert: Einsatz × (Quote − 1). Nichts zu entscheiden.

Bei einer Kombinationswette werden die Einzelquoten multipliziert, der Einsatz gilt für die gesamte Wette, und gewonnen ist sie nur, wenn jedes einzelne Ereignis richtig getippt wurde. Drei Voraussagen zu je 1.85 ergeben eine Gesamtquote von 6.33; CHF 20 Einsatz bringen einen Reingewinn von CHF 106.60 und eine Auszahlung von CHF 126.60. Der Rechenweg ist trivial. Die Falle sitzt eine Ebene höher: Wenn jede dieser drei Voraussagen zu 54 Prozent eintritt, liegt die Trefferchance bei etwa 15.7 Prozent. Die Quote zahlt nicht besser als das Produkt ihrer Bestandteile, weil sie genau dieses Produkt ist. Der Rechner hat also richtig gerechnet und Sie trotzdem in die falsche Richtung geschoben.

Eine Systemwette fasst mehrere ähnliche Kombinationswetten zusammen und wird als «X aus Y» angegeben; jede dabei entstehende Kombination heisst Wettreihe. Wer eine «3 aus 5» spielt, hält fünf Voraussagen und zehn Wettreihen in einem Wettschein. Zwei Fehltipps sind erlaubt, und der Einsatz verteilt sich auf alle Reihen. Das ist der eigentliche Unterschied: nicht die Formel, sondern die Frage, wie viel Ihnen ein Fehltipp wert ist.

Die Limiten der beiden bewilligten Veranstalter spiegeln genau diese Formen. Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000 und für eine Systemwette CHF 10'000; Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz online bei CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2) und der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7'500 Einsatz enthalten.

Der Systemwetten-Rahmen ist bei Sporttip also zehnmal weiter als der für eine Einzelwette. Das ist eine deutliche Aussage der Veranstalterin darüber, welche Wettform sie fördern will, und für einen Spieler mit kleinem Budget und Freude an einer durchdachten Auswahl ist es der interessanteste Teil des Angebots.

Wie man eine Quote vor dem Rechner liest

Vor der Eingabe steht die Umrechnung. Die drei Schreibweisen derselben Quote sind keine Sprachvarianten, sie stammen aus verschiedenen Wettmärkten.

Eine Dezimalquote von 5,50 entspricht bei 1 € Einsatz einer Auszahlung von 5,50 € und einem Reingewinn von 4,50 €; dieselbe Quote lautet als Bruchquote 9/2 und als US-Quote +450. Eine Dezimalquote von 1,40 entspricht der Bruchquote 2/5 und der US-Quote −250; bei der US-Quote bedeutet −250, dass 250 $ gesetzt werden müssen, um 100 $ Gewinn zu erzielen.

Der praktische Punkt für einen Schweizer Wettenden: Die Eingabefelder eines Rechners sind in der Regel auf Dezimalquoten ausgelegt. Wer ein US-Format einträgt, bekommt nicht etwa einen Fehler, sondern eine Zahl, die plausibel aussieht und falsch ist. Prüfen Sie deshalb vor der Eingabe, welches Format das Feld erwartet.

Ein zweiter Punkt gilt für beide Schweizer Veranstalter: Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei Jouez Sport umfasst eine Kombiwette 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100'000 nicht übersteigen.

Eine Kombi-Obergrenze von 100'000 klingt nach einer Formalie. Sie ist keine: Sie sagt Ihnen, dass es eine Grenze dafür gibt, wie unwahrscheinlich Ihre Auswahl insgesamt sein darf, und diese Grenze steht im Reglement, nicht im Rechner.

Rechtslage und Bewilligung: warum es nur zwei gibt

Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e) und werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) beaufsichtigt. Nicht von der ESBK — die beaufsichtigt Casinos. Wer in einem Vergleich einen Casinoregulator neben einem Sportwettenveranstalter aufführt, hat die Struktur nicht verstanden.

Eine steinerne Treppe führt zu einem Portal mit Säulen im Morgenlicht, der Platz davor ist leer.
Eine Dezimalquote von 1,40 entspricht der Bruchquote 2/5 und der US-Quote −250.

Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS), und sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Diese zwei sind:

Swisslos, mit dem Produkt Sporttip. Die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet.

Loterie Romande, mit dem Produkt Jouez Sport. Sie veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie nennt die Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne als Kontaktadresse, zählt 2'350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Veranstalter, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Wer nach einer Bewilligung sucht, die in einem anderen Land ausgestellt wurde, findet sie in der Schweiz nicht wieder: Eine ausländische Bewilligung — Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land — hat hier keine Kraft (Art. 4 BGS).

Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Eine Online-Teilnahme setzt nach Art. 47 Abs. 3 VGS einen Wohnsitz in der Schweiz voraus und in der Praxis zusätzlich einen im Gebiet der jeweiligen Veranstalterin.

Die zwei Wege und wen jeder bedient

Hier liegt die Wahl, die dieser Vergleich nicht auflösen kann, weil beide Seiten einen Preis haben.

Der bewilligte Weg bietet vollen Schweizer Spielerschutz, ein Sperrregister, einen Rechtsweg und ein begrenztes Angebot: zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Wettarten, eine Wohnsitzbedingung und eine Identitätsprüfung. Der ausländische Weg bietet mehr Märkte und mehr Anbieter — und keine dieser Sicherungen.

Betrachten Sie einen konkreten Fall: Sie ziehen von Zürich nach Genf. In Zürich hätten Sie bei Swisslos ein Online-Konto eröffnen können; in Genf können Sie es bei Loterie Romande. Ihre Berechtigung folgt dem Wohnkanton, nicht der Sprachpräferenz. Wer umzieht und den Anbieterwechsel vergisst, steht vor einem Formular, das ihn ablehnt — die einzige Wahlentscheidung auf dieser Liste, die das Gesetz für Sie trifft.

Der andere Fall: Wer Grenznähe zu Deutschland oder Österreich hat, trifft den ausländischen Markt ständig. Was ihn dort erwartet, ist eine Bewilligung, die in der Schweiz nichts gilt, kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister und kein Schweizer Rechtsweg. Seine Domains können auf die Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden (Art. 86–93 BGS); die erste Liste datiert auf den 3. September 2019, und Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — ein Vorgang, den die Gespa Domain-Hopping nennt und in dessen Zusammenhang sie Interwetten und Bet-at-Home namentlich aufführt; bet365 wird als auf der Liste stehend genannt.

Keiner der beiden Wege ist per Voreinstellung «die sichere Wahl». Wer das behauptet, verkauft entweder eine Domain oder ein Gesetz.

Was Sie in der Schweiz überhaupt wetten dürfen

Die erlaubte Angebotspalette ist geschlossen. Sie steht in der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS).

Wetten sind nur auf Sportereignisse zulässig — nicht auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen. Qualifikationsrunden erscheinen nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind. Ranglistenwetten sind nur zulässig, wenn die Rangliste über die Qualifikation zu einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe gibt es nicht. Die Liste führt keine Eckball- und keine Kartenmärkte, und eine Esports-Sektion fehlt darin. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).

Deshalb ist die Grenze eines Rechners hier keine technische. Er rechnet eine Corner-Wette mit einem Reingewinn von CHF 34 durch, während im Schweizer Programm kein Markt steht, der sie annimmt. Für einen Wettenden aus einem Markt mit offener Liste ist das eine Einschränkung, und sie bleibt eine. Man sollte sie nur kennen, bevor man den Rechner falsch einsetzt.

Und noch eine Bedingung gehört zur Person, nicht zum Markt: Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen, und wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Spielerschutz: die Grenze, die kein Rechner kennt

In der Schweiz setzt der Spielende seine Limiten selbst — es gibt keinen gesetzlichen festen Einzahlungsdeckel. Der Veranstalter muss ein oder mehrere Maximalwerte für Tages-, Wochen- oder Monatseinsätze oder -verluste verlangen (Art. 87 VGS). Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach 24 Stunden; Swisslos und Loterie Romande sehen in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden vor. Diese zwei Tage Unterschied sind keine Fussnote, sie sind der Moment, in dem ein Impuls auf eine Warteschleife trifft.

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite beträgt CHF 9'999, unter 21 Jahren CHF 1'000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Ein Quotenrechner zeigt die mögliche Auszahlung, nicht die Frage, ob der Einsatz ins Budget passt. Das ist die eine Rechnung, die keine Software übernimmt — und die einzige auf dieser Seite, die ein Ergebnis hat, das ausserhalb des Spiels zählt.

Die Spielsperre

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.

Nach Art. 80–82 BGS umfasst die Spielsperre den Ausschluss überschuldeter oder suchtkranker Personen und die Selbstsperre, erfasst in einem gemeinsamen Register. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), wobei ein Fachorgan beteiligt ist (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).

Minderjährige werden online nicht zugelassen (Art. 72 BGS), ein Konto pro Spieler mit verifizierter Identität ist die Regel (Art. 47–52 VGS). An Verkaufsstellen sieht es anders aus: Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der Verkaufsschutz an der Theke ist also nicht als streng zu beschreiben, und diese Zahl gehört zum Bild eines Systems, das online dicht und am Schalter löchrig ist.

Auszahlung, Identität und Steuer

Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS) — anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es in der bewilligten Schweizer Sportwette nicht. Eine Kreditgewährung an Spielende ist untersagt (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht in seinen Bedingungen.

Steuerlich sind Gewinne aus schweizerisch bewilligten Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der eidgenössische Freibetrag liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1'071'000 (CHF 1'070'400 im Jahr 2025). Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, also gilt «je nach Kanton». Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die man über die Steuererklärung zurückholt. Für einen normalen Wettenden liegt das alles weit weg: keine Einkommensteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn.

Bei ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an — aber die kantonale Steuerpraxis von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen ungeachtet der Höhe als volles Einkommen. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht. Wer Ihnen eine nennt, hat sich ein Land ausgedacht. Für den eigenen Fall: Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.

Rechenwege im Detail: was die Quoten verraten

Jetzt zum Handwerk. Wer die drei Rechnungen kennt, braucht keinen Rechner mehr — und sieht plötzlich, wo ein Angebot teuer wird.

Die Marge eines Marktes

Der Auszahlungsschlüssel eines Marktes ist 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ), gemessen über alle Ausgänge eines einzigen Marktes. Die Marge ist 100 Prozent minus diesem Wert. Ein illustrativer Zwei-Weg-Markt mit Quoten von je 1.90 führt, wie oben gezeigt, zu einer Marge von etwa 5 Prozent — ein Wert, der je nach Markt und Anbieter schwankt. Die Marge eines 1X2-Marktes ist nicht die Marge der Tore-Wette, und die eines Fussballspiels ist nicht die eines Eishockeyspiels.

Und sie wächst mit der Kombination. Bei drei Legs zieht sich der Zuschlag durch jeden Teilmärkte hindurch, statt sich einmal zu addieren. Ein Wettender, der seine Kombi aus drei knappen Randmärkten zusammensetzt, zahlt den höchsten Preis, den dieses System kennt, und sieht ihn nirgends auf dem Wettschein.

Was ein Boost auf eine lange Kombi wirklich zusagt

Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Die «100 Prozent Bonus» klingen nach dem grosszügigsten Angebot im Schweizer Markt. Sie setzen fünfzehn richtige Voraussagen voraus. Der Bonus zahlt mehr für ein Ereignis, das man vorher fast unmöglich gemacht hat — der Anreiz wächst genau dort, wo der Wert am dünnsten ist. Und die Bedingung, dass alle fünfzehn Quoten mindestens 1.50 betragen müssen, schliesst den einzigen Ausweg aus: Man kann nicht einige Favoriten mit kleinen Quoten einbauen, um die Kombi zu retten.

Cash-Out: die Option, die nicht garantiert ist

Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; anbieten muss Swisslos ihn nicht für alle Wetten.

Wer den Cash-Out-Knopf als Sicherheitsnetz versteht, versteht ihn falsch. Er ist ein zweiter Markt mit einer zweiten Marge — und der Verzicht auf den Nettogewinn, auf den Sie ursprünglich gesetzt haben, wird Ihnen nicht vergütet. Der gezahlte Betrag liegt unter dem, was die Wette bei Ausgang gebracht hätte, sonst würde die Veranstalterin ihn nicht anbieten.

Ein weiteres Detail aus den Regeln: Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer (etwa Fussball 90 Minuten) plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind.

Die Regeln, die eine Wette nachträglich verändern

Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.

Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn (oder im Rahmen eines Turniers) nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00.

Und bei voneinander abhängigen Wettereignissen derselben Sportveranstaltung gilt eine Sonderregel: Sie werden bei Sporttip nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Deshalb ist das Ergebnis eines Rechners ein Zwischenstand. Es gilt, bis eine Regel eingreift, die im Reglement steht und nicht im Eingabefeld.

Die Auswahl im Überblick

Zehn Anbieter, die Schweizer Wettende antreffen — zuerst die zwei bewilligten Veranstalter, dann acht ausländische Plattformen ohne Schweizer Bewilligung. Diese Aufteilung ist keine Sortierfrage. Nur Swisslos (Sporttip) und Loterie Romande (Jouez Sport) dürfen Sportwetten in der Schweiz anbieten; jede andere Plattform trägt ausdrücklich den Vermerk «ohne Schweizer Bewilligung». Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist strafbar (Art. 74 Abs. 3 BGS, Art. 131 BGS; Bussen bis CHF 500'000) — dieses Kapitel ist also keine Empfehlung, sondern eine Einordnung.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter oder berichtete Bewilligung
Sporttip (Swisslos) Ja Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung, Aufsicht Gespa
Jouez Sport (Loterie Romande) Ja Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung, Aufsicht Gespa
22Bet Nein Nicht festgestellt
MyStake Nein Nicht festgestellt
Interwetten Nein Nicht festgestellt
IviBet Nein Nicht festgestellt
bet365 Nein Nicht festgestellt
BC.Game Nein Nicht festgestellt
Bruce Bet Nein Nicht festgestellt
GG.BET Nein Nicht festgestellt

Die mittlere Spalte ist die einzige, die man zum sofortigen Ausschluss verwenden kann, und bei den acht unteren Zeilen kommt sie nicht aus einem Prüfverfahren, sondern aus dem Gesetz: Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Es gibt kein Niveau, auf dem eine Malta-Lizenz hier etwas ändern würde.

Die zehn Anbieter im Einzelnen

Die Reihenfolge folgt der Bewilligungslage: die beiden bewilligten Veranstalter nach Vertragsgebiet, danach die ausländischen Plattformen.

Sporttip (Swisslos): der Veranstalter mit dem weiten Systemwetten-Rahmen

Sporttip ist das Sportwettenprodukt von Swisslos, Veranstalterin ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, tätig gestützt auf die IKV 2020. Die Bewilligung ist eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem BGS (SR 935.51), beaufsichtigt von der Gespa. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein; ein Online-Konto gibt es nur für Personen mit Wohnsitz in diesem Gebiet.

Die Einsätze: CHF 1 bis CHF 1'000 für eine Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10'000 für eine Systemwette. Eine Wette über der Limite wird nicht angenommen, und die Limiten kann Swisslos jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern. Bei den Verlustlimiten liegt die Oberlimite bei CHF 9'999, unter 21 Jahren bei CHF 1'000; eine Erhöhung wirkt erst nach 72 Stunden.

Diese Zahlen erzählen eine Geschichte über die Wettform, die dieser Veranstalter am stärksten ausbaut. Ein Mindesteinsatz von CHF 1 und ein Systemwetten-Rahmen von CHF 10'000 ergeben zusammen die interessanteste Zone des Schweizer Angebots: kleine Einsätze, breite Kombinationen, zehn Wettreihen auf einem Schein. Wer mit wenig Geld experimentieren will, findet hier den günstigsten Einstieg des Landes, und den Kombiboost gibt es nur online — aber ohne den Systemwetten-Rahmen wäre er nicht mehr als ein Zusatz auf einer Kombi. Das Produkt ist damit klar auf einer Linie gebaut.

Fazit: Der Systemwetten-Rahmen ist die eigentliche Entscheidung, die dieses Produkt trifft — wer zehn Reihen baut, kommt bei Swisslos am weitesten, wer einen einzelnen grossen Treffer sucht, stösst bei CHF 1'000 an einen Deckel, der ihn zum Ausweichen zwingt.

Jouez Sport (Loterie Romande): das Netz der Westschweiz

Jouez Sport ist das Sportwettenprodukt der Loterie Romande, Veranstalterin ist die Société de la Loterie de la Suisse Romande. Die Bewilligung ist dieselbe Art: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach dem BGS, beaufsichtigt von der Gespa. Das Vertragsgebiet sind die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; ein Online-Konto gibt es nur für Personen mit Wohnsitz in diesem Gebiet.

Zur Grösse: 2'350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Beim Mindesteinsatz liegt Jouez Sport über Swisslos — CHF 2 online, CHF 3 in Verkaufsstellen, CHF 2 für Multiples — und der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7'500 Einsatz enthalten. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300'000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1'000'000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100'000 nicht übersteigen.

Die Verkaufsstellenzahl ist die relevante Grösse, wenn man diese Plattform gegen Swisslos stellt. Wer seine Wetten am Schalter abgibt, findet in der Westschweiz ein Netz, das keine Online-Plattform ersetzt. Dafür beginnt das Spiel hier später: CHF 3 am Schalter sind dreimal der Mindesteinsatz der Deutschschweizer Konkurrenz, und wer kleine Einsätze gewohnt ist, merkt das.

Fazit: Die Kombi-Obergrenze von 100'000 und der Höchstgewinn von CHF 300'000 pro Wette machen Jouez Sport zu einem Produkt für gemessen aufgebaute Kombinationen, während der Schaltereinsatz von CHF 3 den Gelegenheitswetter mit Kleingeld ausbremst, bevor er die App überhaupt öffnet.

22Bet: der Name ohne Schweizer Bewilligung

22Bet ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, kein Schweizer Rechtsweg, keine Kraft einer allfälligen ausländischen Bewilligung (Art. 4 BGS) — und die Domains können auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden.

Was bleibt, ist die bequeme Rolle, in die solche Anbieter geraten: Sie bewerben Willkommensangebote an ein Schweizer Publikum, während die Schweizer Rechtsschutzstrukturen nicht für sie gelten. Entscheidend für einen Wettenden ist damit nicht die Bewilligung selbst — es gibt keine —, sondern die Orientierungslosigkeit, die entsteht, wenn man auf dieser Plattform mit Geldern von zwei konkurrierenden Tarifsystemen arbeitet. Die eine ist nach Schweizer Recht nicht zulässig, während die von dieser Plattform stammenden nicht von einem Schweizer Gericht geprüft werden.

Fazit: Der Punkt hier ist weniger die Bewilligung — es gibt keine — als die Zuständigkeit: Geld auf dieser Plattform arbeitet ausserhalb der Schweizer Gerichtsbarkeit, und was ausserhalb von ihr passiert, führt zu einem Verfahren, in dem Einsätze und Gewinne eingezogen werden können.

MyStake: das Krypto-Modell und die Grenze des Schutzes

MyStake ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Sie hat keine Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS), keine Verbindung zum Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg.

Das Krypto-Modell verspricht schnelle Auszahlungen ohne Umweg über ein Bankkonto. Genau dieser Umweg ist in der bewilligten Schweizer Sportwette vorgeschrieben: Auszahlungen und Guthaben gehen nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers (Art. 50 Abs. 2 VGS). Diese Regel ist nicht Bürokratie, sie ist der Grund, warum eine Spielsperre in der Schweiz überhaupt funktionieren kann. Wer sich dem Konto entzieht, hat sich dem Mechanismus entzogen, der einen verhindert.

Fazit: Die Anonymität, die mancher als Vorteil liest, ist hier der Preis: Wer anonym auszahlen lässt, hat die Kontrolle aufgegeben, die seinen Einsatz kontrollieren könnte, und keine Schweizer Stelle hat ein Konto, das sie anweisen könnte.

Interwetten: der Anbieter mit den wechselnden Adressen

Interwetten ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Da eine solche Genehmigung in der Schweiz keine Gültigkeit besitzt (Art. 4 BGS), greifen hier weder ein Anschluss an das Sperrregister noch ein inländischer Rechtsweg.

Der Name fällt bei den Sperrlisten, und zwar nicht zufällig: Die Gespa nennt Interwetten namentlich im Zusammenhang mit Domain-Hopping, also dem raschen Wechsel der Domain, um Blockierungen zu umgehen. Das ist die eigentliche Auskunft über dieses Geschäftsmodell. Eine Plattform, deren Zugänglichkeit nur so lange hält wie der nächste DNS-Eintrag, hat erklärt, dass sie sich der Liste, die gegen sie geführt wird, gewachsen fühlt.

Fazit: Wenn eine Adresse innerhalb von Stunden verschwindet und unter neuem Namen wieder auftaucht, verliert man als Nutzer nicht nur das Lesezeichen, sondern auch die Chance, den Vertragspartner vor Gericht zu identifizieren — das ist weniger ein technisches Problem als ein strukturelles Risiko.

IviBet: der wenig verankerte Name

IviBet ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Nicht an das Sperrregister angeschlossen, keine Kraft einer ausländischen Bewilligung in der Schweiz (Art. 4 BGS), kein Schweizer Rechtsweg.

Was auffällt: Dieser Anbieter ist im Schweizer Markt weniger präsent als die meisten anderen hier. Das ist weder Vorwurf noch Empfehlung, sondern eine Beobachtung mit Folgen. Eine Plattform ohne erkennbare Verankerung liefert auch keinen Erfahrungsschatz, den man zurate ziehen könnte — weder zur Auszahlungsgeschwindigkeit noch zu schwierigen Fällen. Wer drei Bewertungen von anderen Nutzern als Grundlage hat, hat keine.

Fazit: Dass der Prüfpunkt hier die Bewilligung ist und nicht die App, gilt auch hier — nur ist diese Plattform schmal aufgestellt: ohne Bewilligung, ohne öffentlich nachvollziehbare Grösse im Schweizer Markt, und damit ohne eine Substanz, die man als Prüfmassstab nutzen könnte.

bet365: der bekannte Name auf der Sperrliste

bet365 ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Sie wird als auf der Gespa-Sperrliste stehend genannt; die Domains von Anbietern auf dieser Liste werden von Telekommunikationsanbietern per DNS blockiert (Art. 86–93 BGS).

An diesem Fall lässt sich gut ablesen, wie weit Marktgrösse und rechtliche Stellung in einem Land auseinandergehen. Ein Name, der in den meisten europäischen Stadien auf Banden steht, steht in der Schweiz auf einer Liste. Der Widerspruch ist nicht auflösbar, aber er ist auch keine Überraschung: Regulierung interessiert sich nicht für Markenbekanntheit. Dass hier Schweizer Wettende mit einer Plattform zu tun haben, die im Ausland eine grosse Struktur aufweist und in der Schweiz auf dieser Liste steht, bedeutet, dass ein Konto hier nicht von einer Schweizer Plattform, sondern von einer ausländischen geführt wird.

Fazit: Bei einem Anbieter dieser Grösse wiegt der Name schwer, und er tut es ohne Begründung: Er ist auf der Schweizer Liste, seine Grösse im Ausland ändert das nicht, und was man ihm hier vorhält, prüft kein Schweizer Gericht.

BC.Game: die Plattform ausserhalb der Schweizer Ordnung

BC.Game ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Da ihre Konzessionen in der Schweiz nicht anerkannt werden (Art. 4 BGS), gibt es hier weder eine Anbindung ans Sperrregister noch einen rechtlichen Weg innerhalb der Schweiz.

Wer von einem bewilligten Anbieter kommt, hat eine Erwartung mitgebracht: ein Konto auf seinen Namen, eine Aufsicht, die eingreifen kann. Dieses Modell geht von einem Spieler aus, der die Überprüfung als Hürde sieht und nicht als Schutz. Für einen Kunden, der sein Geld ohnehin nicht an das Schweizer Bankensystem binden will, mag das passen.

Fazit: Das Krypto-Modell löst ein Problem, das Schweizer Wettende selten haben, und schafft etwas, das sie vorher nicht kannten: keine Instanz, die eine einmal ausgesprochene Spielsperre weiterleitet.

Bruce Bet: der Bonus als Aushängeschild

Bruce Bet ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Aufgrund fehlender Anerkennung nach Art. 4 BGS in der Schweiz ist das Angebot weder an das Sperrregister angebunden noch existiert ein hiesiger Rechtsweg.

Bei solchen Plattformen wird in Diskussionen mehr über Willkommensangebote gesprochen als über alles andere. Auch das ist keine Wertung des Anbieters, sondern eine Beobachtung, dass die Boni hier die Rolle des Aushängeschildes übernehmen, die bei einem bewilligten Anbieter die Bewilligung spielt. Ein Gratisspielguthaben braucht nach Schweizer Recht die vorherige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS) — ein Mechanismus, der ausserhalb dieses Rechtskreises keine Rolle spielt.

Fazit: Ein Bonus ohne Bewilligung ist keine Sicherheit, sondern der Grund, warum man sich mit den Bedingungen beschäftigt, während die fehlende Bewilligung die ganze Zeit die entscheidende Information war.

GG.BET: die Esports-Lücke und die fehlende Aufsicht

GG.BET ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Weil das Angebot gemäss Art. 4 BGS in der Schweiz nicht als konzessioniert gilt, sind weder ein Anschluss ans Sperrregister noch ein Schweizer Rechtsweg gegeben.

GG.BET steht bei Schweizer Suchenden oft für Esports-Märkte. Dazu lässt sich derzeit nur ein Punkt mit Sicherheit sagen: Esports erscheint nicht in der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten. Bei den beiden bewilligten Veranstaltern wird man diese Märkte also nicht finden, und wer sie zwingend braucht, sucht ausserhalb des Schweizer Rahmens. Über virtuelle Sportarten lässt sich nichts sagen — was zulässig ist, regelt der geschlossene Katalog der Gespa, und virtuelle Sportarten stehen dort nicht.

Fazit: Die Esports-Lücke ist real, und die Wahl, die sie erzwingt, ist unangenehm: Sie führt zu einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung und damit zu einem Geschäft, dessen Regeln ausserhalb des Schweizer Rechtsschutzes liegen.

Warum ein Rechner einer ausländischen Seite etwas anderes rechnet

Ein Quotenrechner ausserhalb des Schweizer Rahmens hat keine Kenntnis von der Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten. Er rechnet also Wetten durch, die in der Schweiz niemand annehmen darf — nicht aus Vorsicht, sondern weil der Katalog geschlossen ist.

Die praktische Folge ist einfach: Der Rechner liefert eine Zahl für eine Wette, die Sie hier nicht platzieren können. Wer das nicht weiss, sucht im Programm und findet nichts. Wer es weiss, benutzt den Rechner als Übung, um zu sehen, was in einem anderen Markt möglich wäre.

Und dann zur unangenehmen Frage: Wenn zwei Veranstalter ein Gebiet unter sich aufteilen, dann konkurrieren sie nicht über den Preis, sondern über die Zugänglichkeit. Ein Randmarkt mit engen Quoten wird von beiden gleich bepreist, weil weder der eine noch der andere einen Anlass hat, es anders zu machen. Dass ein Vergleich der Quoten mit einem grenzüberschreitenden Konkurrenten einen Unterschied zeigt, ist damit erklärbar — und der Preis dieses Unterschieds liegt nicht in der Quote, sondern in dem, was sie hier schützt: Aufsicht, Sperrregister, Rechtsweg.

Was diese Wahl konkret bedeutet: die Reihenfolge der Entscheidung

Ein Rechner ist der letzte Schritt. Vorher kommen fünf Fragen, und sie brauchen unterschiedlich lange.

Zuerst: Welche Sportarten und Wettarten darf Ihr Veranstalter anbieten? Die Liste nach Art. 25 BGS, Art. 29 VGS in der Fassung vom 10.09.2026 gibt die Antwort, und sie ist nicht verhandelbar.

Dann: In welchem Vertragsgebiet wohnen Sie? Das entscheidet zwischen den beiden Veranstaltern und wechselt mit einem Umzug.

Danach: Welche Limiten gelten für die Wette, die Sie spielen wollen? Bei Sporttip zwischen CHF 1 und CHF 1'000 für Einzel- und Kombinationswetten, bis CHF 10'000 für Systemwetten; bei Jouez Sport ab CHF 2 online und bis CHF 500 für Einzel- und Kombiwetten.

Weiter: Welche Verlustlimiten haben Sie gesetzt, und wann dürfen sie steigen? Bei Swisslos liegt die Oberlimite bei CHF 9'999, unter 21 Jahren bei CHF 1'000, und eine Erhöhung greift erst nach 72 Stunden.

Zuletzt: Wie hoch ist die Marge des Marktes? Sie können sie aus den Quoten aller Ausgänge desselben Marktes abschätzen, und je höher die Summe ihrer Kehrwerte, desto schlechter steht die Rechnung für Sie.

Wer die ersten vier Fragen beantwortet hat, hat den Anbieter gefunden und die Wette gewählt. Der Rechner bestätigt dann nur noch eine Zahl.

Ein durchgerechnetes Beispiel mit dem Sporttip-Rundungsweg

Eine Eigenheit ist es wert, ausgeschrieben zu werden, weil sie harmloser aussieht, als sie ist.

Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote; anschliessend wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Nehmen Sie eine Gesamtquote von 6.33 und CHF 20 Einsatz: Das sind exakt CHF 126.60, beide Rundungen verändern nichts. Nehmen Sie eine Gesamtquote von 6'333: Aus CHF 126.66 wird nach der Abrundung auf fünf Rappen CHF 126.65. Ein Rappen.

Der Betrag ist unbedeutend. Der Mechanismus ist es nicht. Der Rechner in Ihrer Hand hat einen Rundungsweg gewählt, der Rechner der Veranstalterin einen anderen — und beide gehen in eine Richtung, die niemandem auffällt, weil sie niemanden in einem einzelnen Fall trifft. Wer das dreimal erlebt und dann einen Fehler sucht, sucht an der falschen Stelle.

Die Rundung ist allerdings nicht das grössere Thema. Der grössere Unterschied zwischen einer eigenen Rechnung und einer Auszahlung liegt bei einer Kombination, in der eine Voraussage nach einer Absage mit Quote 1.00 gewertet wird. Dann hat Ihre Kombi nicht verloren, sie hat nur einen Wert verloren, und die Auszahlung steht auf einem Wettschein, der nicht mehr verliert, statt auf einem, der mehr gewinnt.

Fazit: die Wahl, die dieses Rechnen nicht auflöst

Ein Quotenrechner beantwortet, was eine Wette auszahlt, wenn sie gewinnt — und diese Frage ist die einzige, die er beantworten kann. In der Schweiz kommt dazu, dass die Auswahl unter den bewilligten Anbietern zwei Adressen umfasst: Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Beides Veranstalter mit Bewilligung nach dem BGS, beide mit Verlustlimiten, die der Spielende selbst setzt, beide mit einem Vertragsgebiet, an das das Online-Konto gebunden ist.

Wer auf einem Schalter der Westschweiz abgibt, findet die 2'350 Verkaufsstellen von Jouez Sport. Wer eine «3 aus 5» mit kleinem Einsatz baut, findet bei Sporttip den Mindesteinsatz von CHF 1 und den Systemwetten-Rahmen von CHF 10'000. Wer schnell und anonym auszahlen lassen will, findet beides nicht — auch nicht bei den acht ausländischen Plattformen, deren Bewilligung in der Schweiz keine Kraft hat.

Und die Marge? Sie bleibt in jedem Markt, in jedem Land, bei jedem Anbieter. Der einzige Unterschied ist, ob man weiss, wo sie sitzt. Ein illustrativer Zwei-Weg-Markt trägt, wie erwähnt, rund 5 Prozent Marge — eine Bandbreite, die bei Randmärkten grösser wird, bei liquiden Hauptmärkten kleiner. Das ist kein Aufruf, die Marge zu schlagen. Es ist die Auskunft darüber, warum die Rechnung auf dem Wettschein meistens weniger ergibt, als die Quote versprochen hat.

Wer diese Zahl kennt, benutzt den Rechner anders als jemand, der nur die Auszahlung sucht: Er sieht zuerst, was der Markt behält, dann, was er auszahlen würde. Die Reihenfolge ändert an der Wette nichts — sie ändert daran etwas, wie man das Angebot liest.

Häufige Fragen zum Quotenrechner

Wie berechne ich den Reingewinn einer Sportwette aus Einsatz und Quote?

Der Reingewinn ist Einsatz × (Quote − 1). CHF 20 auf eine Quote von 2.10 ergeben CHF 22 Reingewinn und CHF 42 Auszahlung. Die Differenz zwischen beiden ist der Einsatz, der bei einem Gewinn zurückfliesst; bei einer Kombination tritt die multiplizierte Gesamtquote an die Stelle der Einzelquote.

Wie rechne ich Dezimal-, Bruch- und US-Quoten ineinander um?

Dezimalquote 5,50 bedeutet bei 1 € Einsatz 5,50 € Auszahlung und 4,50 € Reingewinn; als Bruchquote lautet sie 9/2, als US-Quote +450. Dezimalquote 1,40 entspricht der Bruchquote 2/5 und der US-Quote −250, wobei −250 bedeutet, dass 250 $ gesetzt werden müssen, um 100 $ Gewinn zu erzielen.

Wie wird die Gesamtquote einer Kombiwette berechnet, und warum sinkt die Trefferchance?

Bei einer Kombiwette werden die Einzelquoten multipliziert, und der Einsatz gilt für die gesamte Wette. Drei Voraussagen zu je 1.85 ergeben eine Gesamtquote von 6.33 und bei CHF 20 Einsatz einen Reingewinn von CHF 106.60. Weil jedes Ereignis zutreffen muss, sinkt die Chance mit jeder weiteren Voraussage.

Was ist eine Systemwette, und wie viele Einzelwetten stecken in einer Trixie?

Eine Systemwette fasst mehrere ähnliche Kombinationswetten zusammen und wird als «X aus Y» angegeben; jede entstehende Kombination heisst Wettreihe. Eine Trixie aus drei Voraussagen enthält alle Zweier- und die Dreier-Kombination, also vier Wettreihen. Der Einsatz verteilt sich auf alle Reihen, nicht auf eine einzelne.

Welche Mindest- und Höchsteinsätze gelten bei Sporttip und Jouez Sport?

Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz CHF 1'000, für Systemwetten CHF 10'000. Bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz online bei CHF 2 (Verkaufsstelle CHF 3, Multiples CHF 2), der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500; Multiples insgesamt höchstens CHF 7'500.

Zeigt ein Quotenrechner die Marge, und was bedeutet sie langfristig?

Ein gewöhnlicher Rechner zeigt sie nicht. Man schätzt sie aus allen Ausgängen eines Marktes: Auszahlungsschlüssel = 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ), Marge = 100 Prozent minus diesem Wert. Wie am Beispiel des Zwei-Weg-Marktes mit 5 Prozent Marge deutlich wird, ist dies ein Durchschnittswert, keine Vorhersage über die einzelne Wette.

Dieser Beitrag wurde vom Team von Kombitipps Heute erstellt.

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