Sportwetten-App im Vergleich: zwei Bewilligungen und acht Apps ohne Schweizer Permit

Updated Oktober 2026
Licensed
usAvailable in US
Fast payouts
18+ Only
Want more predictions?
Join our Telegram channel
Join
Ein Smartphone mit dunklem Display liegt auf einer Parkbank, daneben ein Kaffeebecher, im Hintergrund ein Spielplatz.
Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier und 20 % bei sieben.
Zuletzt aktualisiert: Lesezeit: 37 Min.
Inhaltsverzeichnis

Klar vorweg: In der Schweiz darf eine Sportwetten-App nur mit einer Bewilligung betrieben werden. Das sind zwei Anbieter, sonst niemand. Swisslos und die Loterie Romande stehen auf der einen Seite, acht ausländische Apps stehen daneben — ohne Schweizer Bewilligung, ohne Zugang zum Schweizer Sperrregister und ohne Schweizer Rechtsschutz. Wer den Markt von Lausanne bis St. Gallen durchsucht, landet immer an derselben Stelle. Das ist der Schweizer Befund, nicht der Anfang einer Liste.

Stand: 31 Oktober 2026. Geprüft gegen die Bedingungen für die Online-Teilnahme von Swisslos und die Spielregeln von Sporttip in der Fassung 4.2, gegen die Angaben der Loterie Romande zu Jouez Sport und gegen die Aufsichtsinformationen der Gespa.

Eine App wirft drei Fragen auf, die in der Reihenfolge ihrer Dringlichkeit beantwortet werden sollten. Darf diese App in diesem Land überhaupt Wetten annehmen. Was verlangt sie von mir, bevor ich einen Franken setze. Was sie mir dann für das Geld bietet, das sie nimmt. Die Reihenfolge ist nicht beliebig, und die dritte Frage ist die angenehmste. Genau deshalb steht sie bei den wenigsten zuerst.

## Der Schweizer Wettmarkt in Zahlen: zwei Veranstalter, 26 Kantone und ein Vertragsgebiet mit einem Zaun

Wer eine App sucht, sucht eine Wette. Wer eine Wette in der Schweiz sucht, sucht einen Veranstalter. Und die Zahl der Veranstalter ist nicht gewachsen, sondern gedeckelt. Über Lotterien und Sportwetten entscheiden die Kantone gemeinsam, und sie haben die Zahl auf zwei festgelegt.

Ein Rucksack und Turnschuhe stehen an einer Haustür, daneben ein Regenschirm, durch das Glas fällt Morgenlicht.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020).

Swisslos, die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, kurz IKV 2020. Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport, mit Kontaktadresse an der Avenue de Provence 14 in Lausanne, und zählt 2'350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Zwei Namen, ein Gesetz, kein dritter Anbieter.

Was an dieser Konstruktion auffällt, ist nicht die Zahl, sondern die Grenze, die durch das Land läuft. Das Swisslos-Vertragsgebiet umfasst die Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich — dazu Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Zusammen sind das 26 Kantone plus ein Zollausschlussgebiet, und die Rechnung geht nur auf, weil jeder Veranstalter in einem eigenen Gebiet wirtschaftet.

Für den Leser heisst das eine einzige praktische Konsequenz: Wer im Kanton Zürich wohnt, öffnet keine Jouez-Sport-App, und wer in Genf wohnt, öffnet keine Sporttip-App. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im jeweiligen Gebiet voraus, und wer auf der falschen Seite der Grenze sitzt, bekommt kein Konto. Das ist keine technische Panne, sondern Absicht: Der Wettmarkt soll dem Land gehören, nicht dem Netz.

Was die beiden Veranstalter mit dem Geld machen, gehört neben das Angebot, weil es den Charakter dieses Marktes erklärt. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von 562 Millionen Franken: 506 Millionen an die kantonalen Fonds und 56 Millionen an die Stiftung Sportförderung Schweiz, für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten allein stammten davon 109 Millionen Franken, nach 122 Millionen im Jahr 2024. Der Reinertrag geht also an öffentliche Zwecke, an Kantone und Sport — und die 13 Millionen, die zwischen 2024 und 2025 aus den Sportwetten wegfielen, sind die interessanteste Zahl des ganzen Absatzes. Weniger Sportwettengeld in derselben Kasse bedeutet, dass die Wetten der Schweizer anderswo gelandet sind. Wohin, dazu später mehr.

Was in einer App angeboten werden darf — und was nicht

Die zweite Eigenheit dieses Markts ist der Umfang. Was in der Schweiz gewettet werden darf, ist keine offene Fläche, sondern eine geschlossene Liste. Die Gespa führt ein Verzeichnis der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, in der Fassung vom 10. September 2026. Die Aufsicht stützt sich dabei auf das Geldspielgesetz und dessen Ausführungsverordnung. Die erste Liste ist am 3. September 2019 erschienen — darum geht es später noch.

Auf dieser Liste stehen Sportarten und Wettkämpfe, und sie ist enger gefasst, als viele vermuten. Qualifikationsrunden erscheinen nur, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind. Frauenwettkämpfe ebenso. Ranglistenwetten sind zulässig, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder über das Podest entscheidet, und auf Trainingsläufe lässt sich überhaupt nicht wetten. Eckball- und Kartenmärkte sucht man darin vergeblich, eine Esport-Abteilung fehlt ganz. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt. Und überhaupt nur Sport: Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen haben in einer bewilligten Schweizer App keinen Platz.

Wer aus der Gewohnheit ausländischer Plattformen anreist, für den ist das die grösste Umstellung. Eine App, die gestern noch auf die erste Gelbe Karte einer Partie quotiert hat, findet hier nichts Vergleichbares abzubilden. Eine App, in der sich eine Nebenliga mit einem Ranglistenmarkt bespielen lässt, muss prüfen, ob diese Liga überhaupt auf der Liste steht. Was bleibt, sind Sportarten, Wettkämpfe, Wettarten — regulierte Spiele mit regulierten Grenzen.

Was der Schweizer Markt einen Wettenden kostet

Zwei Zahlen, die sich in jedem Anmeldeformular wiederfinden und die über den Charakter dieser Wetten mehr sagen als jede Produktbeschreibung. Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1'000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10'000 bei einer Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite nimmt die Veranstalterin nicht an.

Die zweite ist eine Öffnungszeit in Franken. Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet lässt sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder per Einzahlungsschein kaufen, ab einem Mindestbetrag von CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10'000 möglich, und ein Kauf ist nur so lange zulässig, wie das Guthaben CHF 9'999 nicht übersteigt. Es gibt also eine Einzahlungsbewegung, die daran scheitert, dass auf dem Konto schon zu viel liegt.

Was diese Grenzen für den Alltag bedeuten, ist eine Frage des Zuschnitts. Für einen Fünfer-Einsatz auf ein Wochenendspiel ist die Obergrenze so weit weg, dass sie nicht existiert. Für Kombinationen mit vielen Läufen wird sie greifbar — eine Systemwette mit zehn Viererkombinationen ist bei CHF 100 Einsatz noch im Rahmen, bei CH 1'000 pro Lauf nicht mehr. Die Untergrenze von CHF 1 dagegen ist die freundlichste Zahl dieses Markts und erlaubt genau das, was der Höchsteinsatz verbietet: small stakes, viele Versuche, ein schmaler Lehrpfad durch die eigenen ersten Monate.

## Rechtslage in der Schweiz: Die Gespa bewilligt, die Kantone zählen, und keine ausländische Genehmigung zählt hier

Die Rechtslage ist der Abschnitt, den man am liebsten überfliegt. Man sollte ihn zuerst lesen, weil er über zwei von drei Fragen entscheidet. Eine Sportwetten-App darf in der Schweiz nur mit Bewilligung eines der zwei Organisatoren betrieben werden. Eine ausländische Bewilligung gilt hier nicht.

Eine breite Steintreppe führt zu einem Gebäude mit Säulen, die Morgensonne scheint, niemand ist zu sehen.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone und zählt 2'350 Verkaufsstellen in der Westschweiz.

Der Rahmen ist das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51), in Kraft seit dem 1. Januar 2019, und darin fallen Online-Sportwetten unter die Grossspiele. Zuständige Aufsicht ist die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, gestützt auf ein Geldspielkonkordat, das seit dem 1. Januar 2021 in Kraft ist. Die Gespa beaufsichtigt bewilligt alles, was Sportwetten und Lotterien betrifft. Daneben steht die ESBK — und die ist für die Bewilligung einer Sportwetten-App schlicht die falsche Adresse, weil sie ausschliesslich die Casinos beaufsichtigt. Wer sich an sie wendet, landet in einer anderen Welt.

Bewilligungen werden doppelt erteilt, als Veranstalterbewilligung und als Spielewilligung pro Spiel. Und die Bewilligung «gilt nur in der Schweiz». Dieser eine Satz ist der Kern des ganzen Abschnitts: Was in Malta, Curaçao oder Deutschland erlaubt ist, hat in der Schweiz keine Wirkung. Ausländische Anbieter brauchen hier weder eine Genehmigung zu haben noch eine zu bekommen, weil ihre Bewilligung im Inland einfach nichts bewirkt.

Dass es keine Liste weiterer bewilligter Wettanbieter gibt, ist keine Lücke, sondern die Konsequenz: Es gibt keine weiteren. Die Gespa veröffentlicht keine Liste bewilligter ausländischer Anbieter, sondern eine Sperrliste gesperrter ausländischer Domains. Die Sperrliste ist zu unterscheiden von der Spielsperre, und wer die beiden verwechselt, versteht den Schweizer Markt nicht: Die eine sperrt eine Website, die andere sperrt eine Person.

Warum die Aufsicht zwei Dinge sperrt, die nichts miteinander zu tun haben

Die Sperrliste sammelt ausländische Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren, gestützt auf die Art. 86 bis 93 BGS. Die erste Liste erschien am 3. September 2019, und Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Wer den Namen eines bekannten ausländischen Anbieters sucht, den die Aufsicht selbst nennt, findet dort Interwetten und Bet-at-Home; auch bet365 führt sie auf. Technisch läuft die Blockade über die Namensauflösung, und deshalb ist sie in wenigen Stunden umgangen: Eine gesperrte Domain wird durch eine neue ersetzt, und dieser Vorgang hat einen eigenen Namen — Domain-Hopping.

Was das über den Schutz aussagt, ist unbequem und ehrlich. Die Sperrliste ist eine Hürde, keine Mauer. Sie kostet den Anbieter eine neue Domain, den Nutzer einen Moment der Aufmerksamkeit und die Aufsicht monatlich eine neue Version ihrer Liste. Als Werkzeug gegen den entschlossenen Spieler wirkt sie kaum. Als Signal an die Adresse des Gelegenheitsnutzers wirkt sie sehr wohl.

Die Spielsperre dagegen funktioniert über Personen, nicht über Namen im Netz. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Die gemeinsame Eintragung ist der eigentliche Kunstgriff: Wer sich selbst aus einem Haus ausschliesst, schliesst sich aus allen aus. Der Abschnitt zum Spielerschutz nimmt das auf.

Was mit den Wetten passiert, die ein Ausländer annimmt

Die Veranstaltung von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spielende selbst wird nicht bestraft. Diese Trennung ist wichtig, und sie wird oft falsch erzählt. Wer bei einem nicht bewilligten Anbieter setzt, macht sich nicht strafbar.

Was der Spielende verliert, ist etwas anderes, und es ist mehr, als die Werbung vermuten lässt. Bei einem unerlaubten Anbieter gibt es keinen Zugang zum Schweizer Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsschutz gegen diesen Anbieter und keine Aufsicht, die für ihn hinschaut. Stakes und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Der Zugriff auf eine Beschwerdestelle, die tatsächlich etwas bewirken kann, ist nicht nur schwer, sondern strukturell gar nicht vorgesehen. Und die ausländischen Gewinne sind steuerlich nach kantonalem Recht zu behandeln — dazu gleich. Die ehrliche Zusammenfassung ist die: Der ausländische Weg ist nicht «einfach frei», sondern der Weg ohne Werkzeugkasten. Wer trotzdem dort landet, hat sich alle Prüfungen selbst gebaut.

Ein Punkt, den man ebenfalls selten liest: Die Schweiz hat kein Instrument, mit dem Zahlungen an unerlaubte Wettanbieter gesperrt werden. Banken und Kartennetzwerke filtern solche Überweisungen nicht heraus. Wer glaubt, die Bank werde ihn schon bremsen, glaubt an einen Mechanismus, den es hier nicht gibt.

## Verantwortungsvolles Spielen in der App: Zwei Limiten vor der ersten Wette, ein Register für alle

Die Limiten setzt der Spielende, nicht der Staat. Das ist die zentrale Konstruktion des Schweizer Spielerschutzes, und sie ist gleichzeitig sein bestes und sein schwächstes Stück. Die Veranstalterin muss Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen; für Swisslos ist die Staffelung verbindlich, bevor überhaupt Sporttip gespielt wird.

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9'999 — bei Personen unter 21 Jahren bei CHF 1'000. Eine Senkung gilt sofort. Eine Erhöhung wird erst nach 72 Stunden wirksam. Dazu kommt die Möglichkeit einer freiwilligen Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage. Das Gesetz sieht bei einer Erhöhung 24 Stunden vor; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Drei Wartetage also an der Stelle, an der jemand nach einem Verlusttag schnell mehr Geld ins Spiel bringen will. In diesem Fenster passiert nichts, und das ist der Punkt.

Für Sporttip heisst das konkret: Der Mindesteinsatz von CHF 1 steht dann gegen eine Tageslimite, die man selbst gesetzt hat. Wer mit CHF 10 Tageslimite startet, kann an einem Samstag zehn einzelne Wetten platzieren oder eine einzige. Die Limite ist ein Deckel, keine Empfehlung, und sie zählt den Einsatz, nicht den Ausgang.

Die App als Werkzeug der Selbstkontrolle

Zwischen Pausen und Spielsperre verläuft die Grenze zwischen Urlaub und Ausstieg. Die Pause ist befristet, die Sperre ist es nicht. Swisslos lässt bis zu 180 Tage Pause zu und hebt sie vor Fristablauf nicht auf. Ein Satz, der nach Formalie klingt und in Wirklichkeit die einzige Funktion in einer Wett-App ist, die gegen den Nutzer arbeitet und seinen Verlusten nützt.

Wer den Weg weiter geht und eine unbefristete Spielsperre antragt, wird in einem schweizweiten Register geführt, das auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein gilt. Aufgehoben wird eine solche Sperre erst nach drei Monaten, und dabei wird eine Fachstelle eingeschaltet. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Wer gesperrt ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne — Einsätze, die während einer Sperre platziert wurden, sind verloren, in jede Richtung.

Wie ernst die Aufsicht die Altersgrenze an Verkaufsstellen nimmt, ist öffentlich nachgelesen und unangenehm: Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Diese Zahl betrifft Verkaufsstellen, nicht Apps. Wer eine App-Sperre für strenger hält als einen Bahnhofskiosk, hat trotzdem die bessere Wette, weil die Identität im App-Konto einmal geprüft und dann nicht mehr umgangen wird. Aber sie sagt, was ein Zuruf an der Theke wert ist: ungefähr nichts.

Ein Konto pro Spieler, mit geprüfter Identität. Bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Um an eine Wette teilzunehmen, muss man 18 Jahre alt sein; Minderjährige sind ausgeschlossen. Bei Swisslos werden die Daten aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Und Minderjährige oder gesperrte Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne — die BGS regelt diesen Punkt ausdrücklich.

Was das für den Anmeldeprozess bedeutet, ist wenig glamourös. Ausweis, Wohnsitz, Abgleich, ein Konto. Wer es bequemer kennt, wird sich daran stossen, und wer es bequemer hat, verliert dabei genau die Prüfung, die im Streitfall für ihn sprechen würde.

Was die Schweiz nicht hat, und was daraus folgt

Ein gesetzlich fixierter Einzahlungsdeckel existiert in der Schweiz nicht. Wer aus Debatten über anderweitige Limits anreist, findet hier keinen staatlichen Betrag, sondern eine selbst gesetzte Zahl. Ebenso wenig existiert eine reine Einschränkung auf bestimmte Live-Märkte: Live-Wetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hält. Das Geldspielgesetz enthält keine Vorschrift, die Live-Wetten auf einzelne Märkte begrenzt. Was es gibt, ist die geschlossene Liste der Sportarten und Wettarten, und die gilt für Live genauso wie für vor dem Spiel.

Zu virtuellen Sportarten ist hier nichts belegt, und deshalb steht dazu hier nichts — wer dazu eine Position sucht, sollte sie nicht aus einer Schweizer Wettseite ziehen. Esports erscheint auf der Gespa-Liste nicht, und das ist die einzige belastbare Aussage dazu. Cash-Out ist nicht reguliert, sondern ein Merkmal des jeweiligen Angebots; er wird hier beim einzelnen Anbieter behandelt und nirgends als Recht des Spielenden.

Steuern, kurz und kantonal

Gewinne aus einem in der Schweiz bewilligten Grossspiel sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesbetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1'071'000, nach CHF 1'070'400 im Jahr 2025. Der kantonale Schwellenwert weicht davon ab — also je nach Kanton. Oberhalb der Schwelle behält die Veranstalterin 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Die allermeisten Wettenden gewinnen weit darunter und zahlen auf ihren Gewinn keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer. Eine Wettsteuer auf Einsätze gibt es in der Schweiz nicht.

Bei einem ausländischen Anbieter fällt keine Verrechnungssteuer an. Die kantonale Steuerpraxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne ausländischer Grossspiele dagegen unabhängig von der Höhe als voll steuerbares Einkommen, und die Steuerpraxis weiterer Kantone kann davon abweichen. Wer dort spielt, klärt das mit seinem Steuerberater oder der kantonalen Steuerverwaltung, bevor er es klären muss.

## App oder Webseite: Was der Touchscreen leistet und wo die Grenze verläuft

Der Unterschied zwischen einer App und der Webseite zeigt sich nicht im Wettangebot, sondern in drei Momenten: beim Bauen der Wette, beim Warten auf die Auszahlung und beim Setzen während des Spiels. Der dritte ist der einzige, in dem die App unschlagbar ist.

Eine App im App-Store ist in der Schweiz eine geschlossene Sache: Zwei Veranstalter können überhaupt eine Sportwetten-App betreiben, und es sind die beiden Veranstalter aus §3.

Sporttip bietet Wetten über die Sporttip-Plattform und die Sporttip-App für iOS und Android an. Interessanter als die Liste ist eine Funktion, die nur das Schweizer System erklären kann: In der App zusammengestellte Wetten lassen sich per QR-Code an einer Sporttip-Verkaufsstelle spielen. Das ist die Verzahnung von Kanal und Kanal — der Wettschein aus dem Zug wird am Kiosk noch gültig gebaut. Wer den Schein lieber in der Hand hält, muss ihn nicht abtippen.

Was man auf dem Touchscreen merkt, ist die Eingabearbeit. Eine Kombination aus sieben Voraussagen will geprüft, korrigiert und bestätigt werden, und je mehr Felder eine Maske hat, desto häufiger rutscht die Wette auf einen Markt, den man nicht wollte. Genau deshalb ist die Regel wichtig, die später beim Kombiboost auftaucht: Die Quote wird vor dem Absenden sichtbar. Der Touchscreen ist ein Fehlerverstärker, und jede Bestätigungsstufe in der App ist eine Bremse dagegen.

Kombinationen, Systemwetten, Cash-Out: was die App zusätzlich tut

Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live. Es gibt ihn nur bei Online-Wetten, und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Wer eine 40-Franken-Wette auf fünf Spiele gebaut hat und beim dritten Rückstand noch «etwas retten» möchte, findet in der App also keinen Hebel, mit dem er die Hälfte herausnimmt. Entweder alles oder nichts.

Wie das gerechnet ist, ist der eigentlich spannende Teil: Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Der Vertrag endet also nicht mit dem Absenden, sondern bleibt in Bewegung, und für den Gegenwert einer festen Wette zahlt der Kunde hier eine variable Gebühr, deren Höhe von der Anbieterin bestimmt wird.

Für Live-Wetten gilt eine Bedingung, die jeden Anfänger trifft, weil sie nichts mit Geschick zu tun hat: Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer den Elfmeter sieht und dann auf die Folgen setzt, dessen Wette kann zurückkommen, als hätte er nie gesetzt. Bei einem Anbieter, der keinen Live-Stream zeigt, ist das der praktische Unterschied zwischen Wette und Zuschauerplatz. Wer bei einem Kanal mit Verzögerung arbeitet, hat hier ein eingebautes Risiko, das keine Formulierung wegnimmt.

Für Kombibauer ist eine Regel unangenehm, aber sauber: Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Der Spielende hat darauf keinen Anspruch auf Gewinn, aber keinen Verlust. Wer zwei Korrekte-Ergebnis-Varianten desselben Spiels kombiniert und sich wundert, dass die Quoten flach ausfallen, weiss jetzt, warum.

Shortlist mit Haken: Wer auf welchen Weg gehört

Die Kriterien, nach denen diese Seite bewertet, sind bewusst nüchtern, weil eine schöne Oberfläche nichts über ein Konto sagt. Die Reihenfolge, in der die Prüfsteine wirken: erst die Bewilligung und das Vertragsgebiet, weil sie über die Zulassung entscheiden. Dann die Kontoanforderungen — Ausweis, Alter, eine Registrierung pro Person. Dann die Limiten und die Spielsperre, weil sie im Zweifel wichtiger sind als jede Quote. Dann die Sperrliste und die Frage, ob die Domain auch in einem halben Jahr noch steht. Erst danach kommen Quoten, Cash-Out, Live-Angebot und Bedienung.

Wer diese Reihenfolge einhält, trifft eine andere Entscheidung als der Preisvergleich sie nahelegt. Wer in Zürich wohnt und eine Wette für einen Samstag will, ist mit einer Sporttip-App vollständig bedient. Wer in Genf wohnt, ebenso mit Jouez Sport. Wer bei einem ausländischen Anbieter ein Konto hält und sich fragt, warum nichts davon in der Schweizer Aufsicht erscheint — die Frage ist die Antwort. Und wer vor allem deshalb eine App will, weil er auf Kleinigkeiten setzen möchte, sollte die Untergrenze von CHF 1 kennen, weil sie das beste Modell dieses Marktes ist, um Einsätze klein zu halten.

Das Gesamtbild ist damit ein sehr schmales. Wer eine App für Schweizer Sportwetten sucht, findet zwei Wege, und jeder von ihnen schliesst den anderen aus, weil das Vertragsgebiet entscheidet. Wer ausserhalb dieser beiden Wege sucht, findet Angebote ohne Schweizer Bewilligung, ohne Zugang zum Sperrregister und ohne Schweizer Rechtsschutz — ein Markt, der sich als grösser darstellt, als er hier sein darf.

## Bewilligung oder keine: Der Vergleich der Anbieter

Zuerst die Regel, die diesen Abschnitt zusammenhält. In der Schweiz darf eine Sportwetten-App nur mit Bewilligung eines der zwei Organisatoren betrieben werden, und eine ausländische Bewilligung gilt hier nicht. Damit stehen zwei geprüfte Veranstalter gegen eine Reihe von Plattformen, die im Ausland registriert sind und für die Schweiz nichts vorweisen.

Die Übersicht hält den Kern dieser Prüfung fest. Sie ersetzt die Einzelbesprechung nicht — sie zeigt, wo welche Art von Bewilligung steht.

Sportwetten-Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalterin oder angegebene Bewilligung Zugang zum Schweizer Sperrregister
Swisslos Sporttip Ja, als Grossspiel Swisslos, Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel Ja
Loterie Romande Jouez Sport Ja, als Grossspiel Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande Ja
Sportaza Keine Nicht feststellbar Nein
Bruce Bet Keine Nicht feststellbar Nein
Coolzino Keine Nicht feststellbar Nein
WirWetten Keine Nicht feststellbar Nein
20Bet Keine Nicht feststellbar Nein
BetFury Keine Nicht feststellbar Nein
HornetBet Keine Nicht feststellbar Nein
N1 Bet Keine Nicht feststellbar Nein

Die erste Spalte ist die einzige mit einem echten Kontrast. Darunter steht neunmal dasselbe: keine Bewilligung — und die Zelle daneben trägt für diese acht Plattformen nicht etwa acht verschiedene Länder, sondern den Befund, dass sich der aufsichtsrechtliche Rechtfertigungsgrund nicht feststellen lässt. Zwei Marken mit einer Aufsicht, acht Marken ohne eine. Dazwischen gibt es hier nichts zu verteilen, und eine Liste mit zehn Einträgen, die in Wahrheit zwei Gruppen beschreibt, sagt mehr über den Schweizer Markt als die Zahl Zehn.

Was in der Tabelle nicht steht und nicht hineingehört, ist die Wohnsitzgrenze innerhalb der beiden bewilligten Reihen. Swisslos öffnet ein Online-Konto nur Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im eigenen Vertragsgebiet, die Loterie Romande nur solchen in ihren sechs Kantonen. Die Übersicht prüft Bewilligungen; die Zulassung der Person prüft sie nicht.

## Die zwei bewilligten Apps und acht Plattformen ohne Schweizer Bewilligung

Die Reihenfolge dieser Übersicht folgt einem Sachverhalt, nicht einer Vorliebe. Zuerst kommen die beiden Veranstalter, die in der Schweiz eine Bewilligung haben, danach die ausländischen Plattformen, die hier keine haben. Innerhalb der zweiten Gruppe ist die Reihenfolge keine Rangliste; sie beginnt mit den bekannteren Namen und arbeitet sich weiter. Diese Seite beschreibt und bewertet, sie empfiehlt nicht.

Swisslos Sporttip: Die App mit Bewilligung und dem längsten Werksverzeichnis

Sporttip ist das Produkt, mit dem Swisslos im eigenen Vertragsgebiet Sportwetten veranstaltet, gestützt auf die IKV 2020. Die Bewilligung ist eine Veranstalter- und eine Spielewilligung für ein Grossspiel nach dem BGS, beautfsichtigt von der Gespa. Wer im Vertragsgebiet wohnt, kann der Sache am wenigsten ausweichen: In Basel sitzt die Genossenschaft, und der Reingewinn geht an kantonale Fonds und an die Stiftung Sportförderung Schweiz.

Im Betrieb ist Sporttip der Anbieter mit dem vollständigsten öffentlichen Regelwerk dieser Liste, und das ist ein Vorteil, den man erst merkt, wenn man ihn braucht. Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1'000 für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 10'000 für Systemwetten, änderbar jederzeit ohne Angabe von Gründen. Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage vor der ersten Wette, Oberlimite CHF 9'999, unter 21 Jahren CHF 1'000, Senkung sofort, Erhöhung nach 72 Stunden. Zusätzlich die freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage. PostFinance Pay steht als Zahlungsart zum Aufladen des Spielkontos zur Verfügung, bestätigt direkt in der PostFinance App. Und für Kombinationen gibt es den Kombiboost, der nur online gilt — Prematch, Live, Systemwetten — und mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50 verlangt; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind.

Rechnen wir die Mittelstufe durch: sieben richtige Voraussagen, jede mit Quote von mindestens 1.50, auf einen Einsatz von CHF 10. Die Gesamtquote multipliziert sich aus den sieben Einzelquoten, und der Nettogewinn wird mit 20 Prozent erhöht. Genauer wird das Beispiel mit gerundeten Quoten: sieben Mal 1.50 ergibt eine Gesamtquote von gut 17,09, bei CHF 10 Einsatz also einen Bruttogewinn von rund CHF 170,90 und einen Nettogewinn von rund CHF 160,90. Der Boost daraus sind rund CHF 32, eine Erhöhung des Nettogewinns um ein Fünftel. Wer vier Voraussagen trifft, bekommt nach derselben Logik nur 5 Prozent, bei einem Einsatz von CHF 10 und vier Mal 1.50 eine Gesamtquote von rund 5,06, also einen Bruttogewinn von rund CHF 50,60 und einen Nettogewinn von rund CHF 40,60, mit einem Boost von rund CHF 2.

Das ist der ganze Trick des «Boosts»: Er wächst mit der Zahl der Voraussagen, und die Zahl der Voraussagen ist die Zahl der Fehlerquellen. Die 20 Prozent gelten nicht auf den Einsatz, sondern auf den Nettogewinn, der nur entsteht, wenn alle sieben Läufe sitzen.

Dazu kommen die Quoten- und Profitboosts, die nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage gelten. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Verkettet heisst das: Wer den Boost nutzt und dann per Cash-Out rausgeht, verliert ihn. Die beiden Funktionen sind nicht kombinierbar.

Ein Wort zum Fundament des Ganzen, das gegen das Werbeversprechen «beste Quoten» arbeitet. Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal die Gesamtquote, also dem Produkt der Einzelquoten. Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Die zweite Rundung geht gegen den Spielenden, und bei der Mindestquote von 1.50 ist die Rundungsdifferenz pro Wette kleiner, in einer Woche mit 30 Wetten aber messbar. Der Sporttip-Quotenschlüssel dagegen ist der Anteil, den eine Sportwarte an alle Einsätze zurückzahlt; ein Sporttip ohne Gegenpol bleibt ein Spiel mit Gegenpol.

Ein Punkt, der bei jeder Kombination eine Rolle spielt: Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer, im Fussball etwa 90 Minuten, plus die Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder wenn sie Gegenstand der Wette sind. Wer auf ein Pokalspiel setzt, ohne den Hinweis zu prüfen, hat am Ende möglicherweise auf 90 Minuten gewettet und nicht auf das Weiterkommen.

Die Auszahlung ist bei keinem anderen Anbieter auf dieser Liste so detailliert nachlesbar. Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis aus, und zwar auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto. Ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden. Die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1'000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1'000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Konto des Teilnehmers überwiesen.

Die Fristen sind es, die man kennen sollte, bevor sie greifen. Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks von Swisslos. Wer bei einer verweigerten Auszahlung Einsprache erheben will, muss das innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief tun. Ein halbes Jahr ist lang, bis man den Wettschein vergessen hat, und zehn Tage sind kurz, wenn man erst einen Anwalt sucht.

Fällt ein Wettereignis aus und wird nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers nach dessen Regeln — nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Eine verschobene Partie wird also zum Sockel, nicht zum Riss.

Das Urteil fällt hier anders aus als bei allen anderen auf dieser Liste, weil die Vergleichsgrösse eine andere ist. Sporttip ist der Anbieter mit der grössten Distanz zwischen dem, was er verspricht, und dem, was er dokumentiert — und diese Distanz ist zu seinen Gunsten. Die zwei gratis Auszahlungen pro Jahr, der Minutentakt der Kontoauszahlung und die transparente Gewinnrundung sind handfeste Zugeständnisse an den Kunden. Die 3-Prozent-Kommission ab der dritten Auszahlung und die Verfallfrist von 26 Wochen sind die Rechnungen dazu. Wer mehr als zweimal im Jahr Geld sieht, zahlt für die Bequemlichkeit, und wer seine Wettscheine nie prüft, verliert sie ganz.

Loterie Romande Jouez Sport: Die Westschweizer App für sechs Kantone

Jouez Sport ist das Sportwettenprodukt der Loterie Romande, der Société de la Loterie de la Suisse Romande, mit Kontaktadresse an der Avenue de Provence 14 in Lausanne. Die Bewilligung ist dieselbe Art von Bewilligung wie bei Swisslos: eine Veranstalter- und Spielewilligung für ein Grossspiel nach dem BGS, beaufsichtigt von der Gespa. Die Loterie Romande bedient die sechs Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura und zählt 2'350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Wer im Wallis oder in Genf wohnt, kommt an einer der beiden App-Lösungen nicht vorbei — und es ist diese.

Die beiden bewilligten Angebote unterscheiden sich nicht in ihrer rechtlichen Stellung, sondern in ihrer Reichweite. Die Westschweiz ist mit sechs Kantonen ein kompakteres Gebiet als die deutschsprachige Schweiz mit Liechtenstein und Tessin, die Verkaufsstellendichte ist hoch, und das Geschäftsmodell bleibt dasselbe: Erträge für öffentliche Zwecke in den Kantonen, nicht für Aktionäre. Wer die beiden Apps gegeneinander abwägt, sollte nicht nach Quoten suchen, sondern nach der Stelle, an der die Verkaufsstellen liegen. Die 2'350 Standorte sind im Alltag ein Argument, das keine Quote ersetzt: Eine Wette, die am Feierabend noch einen Kanal mit Bargeld hat, ist für viele praktikabler als eine, die nur eine IBAN kennt.

Auch hier gibt es eine Schattenseite, und sie ist dieselbe wie bei jedem lizenzierten Schweizer Angebot: Das Angebot ist auf die geschlossene Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten begrenzt. Wer eine exotische Liga oder einen Kartenmarkt sucht, findet ihn bei Jouez Sport nicht.

Das Urteil: Für einen Wohnsitz in der Romandie ist Jouez Sport die zwingende Adresse, weil keine zweite dazu existiert. Wer dort wohnt und sein Sportwettengeld lieber in einem Verkaufsstellennetz als in einem Onlineportal sieht, findet hier das einzige passende Angebot. Wer ausserhalb der sechs Kantone wohnt, findet hier keinen Zugang, egal wie gut das Produkt ist.

Sportaza: Ohne Schweizer Bewilligung, und die Angabe dazu bleibt offen

Sportaza trägt keine Schweizer Bewilligung. In der Schweiz dürfen Sportwetten nur von Swisslos und der Loterie Romande veranstaltet werden, und eine Bewilligung nach ausländischem Recht entfaltet hier keine Wirkung. Die angegebene Bewilligung ist nicht feststellbar; die Marke steht nicht mit dem Schweizer Sperrregister in Verbindung. Wer über Sportaza setzt, hat keinen Schweizer Rechtsschutz und keine Schweizer Aufsicht, und es kann passieren, dass die eigene Domain in die Sperrliste der Gespa aufgenommen und von den Schweizer Telekom-Anbietern per DNS blockiert wird. Das ist ein Feld, das sich von einem Tag auf den anderen schliessen kann.

Was dieser Anbieter dennoch tut, ist ein Argument, das man ernst nehmen muss, auch wenn man ihm nicht folgt. Aus einem ausländischen Angebot wird ein Markt sichtbar, der in der Schweiz niemandem gehört: weitere Sportarten, weitere Märkte, weitere Wettarten, mehr Nebenligen. Sportaza ist für einen Wettenden interessant, der genau deshalb sucht — und für jeden anderen ein Umweg mit Hürden. Wer ein Konto dort hält, sollte die Auszahlung öfter prüfen als die Quote.

Bruce Bet: Die Budgetierung muss man hier selbst mitbringen

Bruce Bet ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Die angegebene Bewilligung ist nicht feststellbar. Eine Verbindung zum Schweizer Sperrregister besteht nicht, Schweizer Rechtsschutz ebenfalls nicht, und eine Aufnahme in die Sperrliste der Gespa ist möglich. Die Verantwortung für Limiten, Einsatzhöhen und Auszahlung liegt damit bei der Plattform selbst und nicht bei einer Aufsicht in Bern.

Die invariante Folge: Wer bei Bruce Bet spielt, hat keinen Zugang zum schweizweiten Register, in dem für Swisslos und die Loterie Romande die unbefristeten Spielsperren eingetragen werden. Das betrifft nicht nur den, der sich selbst sperren will, sondern auch den, der im Nachhinein irgendwo nachschauen möchte, ob eine Sperre besteht. Und die Schweizer Praxis der Steuerbehörden für ausländische Gewinne — die kantonale Behandlung ist unterschiedlich — ist bei einem Anbieter dieser Art selbst zu klären. Wer ein kleines Budget kontrolliert halten will, ist hier stärker auf sich gestellt als bei den beiden bewilligten Apps, bei denen die Limiten schon bei der Anmeldung stehen.

Coolzino: Ein Name, der nach mehr klingt als der Betrieb belegt

Coolzino tritt ohne Schweizer Bewilligung an. Die angegebene Bewilligung ist nicht feststellbar, ein Eintrag im Schweizer Sperrregister fehlt, und eine Domain kann jederzeit auf die Sperrliste gesetzt und über die DNS-Auflösung blockiert werden. Diese drei Punkte sind kein Betriebsunfall dieser Marke; sie gelten für alle acht ausländischen Einträge dieser Liste und unterscheiden sich in nichts als im Namen.

Interessant ist Coolzino deshalb vor allem als Beispiel dafür, wie stark der Markenname in diesem Segment und wie wenig er über die Aufsichtslage aussagt. Zwei Marken mit Bewilligung haben einen Namen, der seit Jahrzehnten an Kantone und öffentliche Erträge gekoppelt ist. Acht Marken ohne Bewilligung haben Namen, die für sich selbst sprechen sollen. Wer eine App nach dem Namen auswählt, wählt nach Signal, nicht nach Substanz — und die Substanz steht in der Schweizer Bewilligung, die für dieses Angebot fehlt.

WirWetten: Für Betreiber mit eigener Prüfroutine geeignet

WirWetten führt keine Schweizer Bewilligung. Die Rechtslage ist dieselbe wie bei den übrigen ausländischen Einträgen dieser Liste: nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen hier Sportwetten veranstalten, und eine ausländische Bewilligung zählt nicht. Die angegebene Bewilligung ist nicht feststellbar, ebenso fehlen die Verbindung zum Schweizer Sperrregister und der Schweizer Rechtsschutz; eine Aufnahme in die Sperrliste ist möglich.

Der deutschsprachige Name ist trotzdem ein Punkt, den man aussprechen sollte, weil er eine Erwartung erzeugt, die die Plattform nicht einlöst. Wenn ein Anbieter gleich in der Sprache des Hauptmarkts auftritt, stellt sich die Anmeldung für einen Leser aus Zürich oder St. Gallen selbstverständlich an. Sie ist es nicht. Wer sich dort anmeldet, tut es freiwillig ohne die Prüfung, die ein Schweizer Konto verlangt. Wer eine App will, die ihm die Verifizierung abnimmt und nicht aufzwingt, ist beim falschen Anbieter und hat bei diesem das Gefühl, schneller dran zu sein — was korrekt ist und kein Vorteil.

20Bet: Viele Sportarten sind kein Ersatz für eine Aufsicht

20Bet trägt keine Schweizer Bewilligung; die angegebene Bewilligung ist nicht feststellbar. Die Wege im Streitfall bleiben die Wege der Plattform selbst, und die Domain kann in die Sperrliste aufgenommen werden. Damit gilt auch hier: kein Zugang zum Schweizer Sperrregister, keine Aufsicht, kein Schweizer Rechtsschutz.

Bleibt die Frage, was man an einem Anbieter dieser Art tatsächlich gewinnen kann, ohne in die Werbeprosa zu verfallen. Ein breiteres Wettprogramm mit Sportarten und Märkten, die die geschlossene Schweizer Liste nicht kennt, ist eine reale Sache, und sie ist der eigentliche Grund, warum Nutzer solche Plattformen überhaupt finden. Wer auf eine Sportart mit einer kleinen, treuen Anhängerschaft setzt, wird dort eher fündig. Es ist ein Vorteil, der aus der Lücke im System entsteht, nicht aus einem besseren Produkt. Wer ihn nicht braucht, hat hier nichts zu holen.

BetFury: Was ein Konto ohne Schweizer Verbindung im Streitfall heisst

Bei BetFury fehlt die Schweizer Bewilligung, die angegebene Bewilligung ist nicht feststellbar, und die Verbindung zum Schweizer Sperrregister besteht nicht. Dasselbe gilt für den Schweizer Rechtsschutz. Neue Domains können jederzeit über die DNS-Blockade aus dem Schweizer Netz fallen.

Der springende Punkt bei einem Konto dieser Art lässt sich in einem Satz sagen: Im Konfliktfall gibt es keine Stelle, bei der ein Nutzer sich über den Anbieter beschweren kann, die im Anbieterland selbst sitzt. Der Weg führt über die Aufsicht des Registrierungslands, deren Sprache manche Nutzer nicht lesen und deren Verfahren sie nicht kennen. Bei einem Schweizer Konto wäre derselbe Konfliktfall ein Vorgang mit einer Adresse in Bern. Das ist der ganze Unterschied, und er wiegt erst dann etwas, wenn er tatsächlich gebraucht wird.

HornetBet: Klein genug, um unterzugehen

HornetBet steht ohne Schweizer Bewilligung auf der Liste. Die angegebene Bewilligung ist nicht feststellbar, es gibt keinen Anschluss an das Schweizer Sperrregister, und eine Sperrung der Domain im Schweizer Netz ist jederzeit möglich. Ein Schweizer Rechtsschutz besteht nicht.

Was hier zusätzlich zu bedenken ist, betrifft nicht die Aufsichtsauflagen, sondern die Grössenordnung. Marken dieser Art sind klein, ihre Domains wechseln, und ein Nutzerkonto hängt an einer Marke, nicht an einer Institution. Wer sein Guthaben dort liegen lässt, weil der Anbieter gerade funktioniert, verliert im schlechtesten Fall den Zugang zu einem Guthaben, das er nirgends in der Schweiz geltend machen kann. Bei den beiden bewilligten Apps hängt das Guthaben an einer Genossenschaft beziehungsweise an einer Société, die den kantonalen Aufsichtsbehörden berichtet. Bei HornetBet hängt es an einer Marke.

N1 Bet: Der gleiche Befund, eine andere Marke

N1 Bet ist ebenfalls ohne Schweizer Bewilligung im Schweizer Markt unterwegs. Die angegebene Bewilligung ist nicht feststellbar; die drei Folgen sind dieselben wie bei den übrigen ausländischen Einträgen, und sie werden hier nicht zum zehnten Mal wiederholt, weil sie sich nicht ändern. Wer sich für diese Marke interessiert, findet die einschlägigen Regeln dort, wo sie gelten — bei den beiden bewilligten Veranstaltern und in den Bedingungen für die Online-Teilnahme.

Bleibt der Vergleichspunkt, den die Marke selbst setzt. In einer Reihe von acht Plattformen ohne Schweizer Bewilligung gibt es keinen Grund, warum die letzte anders sein sollte als die erste. Wer zwischen ihnen wählt, wählt zwischen Domains, und Domains sind das am einfachsten austauschbare Merkmal dieses Segments. Die Wahl zwischen zwei Einträgen dieser Gruppe ist damit keine Entscheidung über Sicherheit oder Angebot, sondern über die Oberfläche, die einem gerade gefällt.

Häufig gestellte Fragen

Woran erkennt man, ob eine Sportwetten-App gut ist?

Zuerst an der Bewilligung. In der Schweiz darf eine Sportwetten-App nur mit Bewilligung eines der zwei Organisatoren betrieben werden, und eine ausländische Bewilligung gilt hier nicht. Danach an den Bedingungen: Limiten, Mindest- und Höchsteinsätze, Auszahlungsfristen und Verfallfristen. Ein schöner Touchscreen sagt nichts über eine Auszahlung.

Welche Apps dürfen in der Schweiz für Sportwetten genutzt werden?

Ausschliesslich die Apps der zwei bewilligten Veranstalter: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Eine Liste weiterer bewilligter Wettanbieter gibt es nicht, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains, nicht aber zusätzliche Schweizer Bewilligungen.

Welche Voraussetzungen gelten für ein Konto, etwa bei Alter und Wohnsitz?

Mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Bei Swisslos kommt die Bedingung hinzu, dass keine Spielsperre besteht und sich jede Person nur einmal registriert. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis gelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Ein Konto pro Person.

Wie wirken Verlustlimiten und Spielsperre in der App?

Vor der ersten Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9'999 und CHF 1'000 für Personen unter 21 Jahren. Senkungen gelten sofort, Erhöhungen nach 72 Stunden. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos und in Liechtenstein.

Gibt es in der App Live-Wetten und Cash-out?

Live-Wetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter die entsprechende Bewilligung hält. Cash-Out ist nicht gesetzlich geregelt, sondern ein Merkmal des jeweiligen Angebots. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten und nur online, ausschliesslich als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung.

Wie wird die Auszahlung aus der App abgewickelt, und auf welches Konto?

Bei Swisslos auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto; innerhalb von 365 Tagen sind zwei Auszahlungen gratis, ab der dritten kann eine Kommission von 3 Prozent anfallen. Die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gewinne bis CHF 1'000 pro Quittung gehen automatisch ins Wallet.

Dieser Beitrag wurde vom Team von Kombitipps Heute erstellt.

Ähnliche Beiträge