Schweizer Sportwetten und ihre Quoten: zwei bewilligte Veranstalter, ein nüchterner Blick auf den Rest

Updated Oktober 2026
Licensed
usAvailable in US
Fast payouts
18+ Only
Want more predictions?
Join our Telegram channel
Join
Ein Taschenrechner und ein Bleistift liegen auf einem Holztisch, daneben steht ein halb gefülltes Glas Wasser.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.
Zuletzt aktualisiert: Lesezeit: 28 Min.
Inhaltsverzeichnis

Wer bei Sportwetten nach der besten Quote sucht, sucht in der Schweiz zuerst nach einem Veranstalter, nicht nach einer Zahl. Seit dem Geldspielgesetz gibt es genau zwei, die Sportwetten anbieten dürfen: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Alles andere, was auf dem Bildschirm wie ein Wettanbieter aussieht, hat keine Schweizer Bewilligung, keinen Anschluss an das Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsschutz. Das ist keine Warnung, das ist die Ausgangslage, und sie entscheidet mehr über den Wert einer Quote als der zweite Nachkommastelle, um die sich zwei Preise unterscheiden.

Stand: 31 Oktober 2026 · Bewilligungsangaben geprüft gegen die Publikationen der Gespa und die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen (IKV 2020).

Was eine Quote ist und was sie verschweigt

|ertmär

Eine Quote ist ein Preis. Nichts weiter. Sie sagt, wie viel ein Veranstalter bereit ist, für einen Einsatz von einer Einheit zurückzuzahlen, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt. Dass sie in Prozent umgerechnet wie eine Wahrscheinlichkeit aussieht, ist der bequemste Zufall der ganzen Branche: Eine Quote von 2.00 liest sich wie fünfzig Prozent, und wer so denkt, hält die Zahl des Veranstalters für eine Prognose.

Ein Torpfosten mit Netz steht im Gegenlicht auf einem leeren Fussballplatz, über dem Rasen liegt Nebel.
Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50.

Sie ist das Gegenteil einer Prognose. Sie ist ein Verkaufspreis mit einer eingebauten Spanne, und diese Spanne ist der Grund, warum zwei Anbieter beim identischen Spiel unterschiedliche Zahlen anschreiben können, ohne dass einer von beiden sich irrt.

Der Rechenweg ist unspektakulär und lässt sich an jedem Markt nachvollziehen. Nimmt man die Kehrwerte aller Quoten eines Marktes und addiert sie, kommt mehr als eins heraus. Der Abstand zu eins ist die Spanne des Veranstalters. Bei einem illustrativen Zwei-Weg-Markt mit 1.90 auf beiden Seiten ergibt das 1 ÷ 1.90 + 1 ÷ 1.90, also 1.0526 – ein Auszahlungsquotenschlüssel von rund 94,7 Prozent und eine Marge von rund 5,3 Prozent. Das ist kein abgeschriebener Preis irgendeines Anbieters, sondern ein Rechenbeispiel, und die Marge ist die einzige Zahl, die der Leser selbst nachprüfen kann, ohne einen Wettschein zu besitzen.

Warum eine Bandbreite und keine feste Zahl? Weil die Spanne nicht für jede Sportart und jeden Markt gleich ausfällt. Auf einem gut bespielten Fussballspiel mit einem grossen Publikum enger, auf einer Nischenliga oder einer ungewöhnlichen Kombination weiter. Wer die Marge eines 1X2-Marktes auf einen Handicap-Markt überträgt, vergleicht zwei verschiedene Dinge. Deshalb taugt die Spanne nur als Grössenordnung, mit der Bedingung, dass man den gleichen Markt beim gleichen Ereignis betrachtet. Ein Prozentpunkt klingt nach wenig, bis man ihn auf ein Jahr mit hundert Wetten hochrechnet: Aus 5,3 Prozent Marge wird bei hundert Einsätzen von je CHF 20 ein Betrag in der Grössenordnung eines Wocheneinkaufs, der nicht verloren geht, sondern nie entstanden ist.

Einzelwette, Kombiwette, Systemwette: wie sich Quoten verrechnen

Der Unterschied zwischen den Wettarten ist eine Frage der Multiplikation, und er verändert das Risikoprofil stärker als jede Quotendifferenz zwischen zwei Anbietern.

Eine Steinbrücke führt im Frühnebel über einen Fluss, auf dem Fussweg ist niemand zu sehen.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019.

Eine Einzelwette setzt einen Einsatz auf eine Voraussage. Der Gewinnbetrag folgt bei Sporttip aus Einsatz mal Quote, aufgerundet auf zwei Nachkommastellen und anschliessend auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei CHF 20 auf eine Quote von 2.10 ergibt das CHF 42.00 zurück, davon CHF 22.00 Nettogewinn. Die Abrundung auf Rappen ist übrigens kein Detail, über das man streiten muss – sie ist klein, aber sie ist immer zuungunsten des Wettenden, und sie ist ein Beleg dafür, wie genau die Regeln inzwischen formuliert sind.

Eine Kombiwette multipliziert die Einzelquoten zur Gesamtquote. Zwei Voraussagen mit 2.10 und 1.90 ergeben 3.99. Der Einsatz vervielfacht sich also, das Eintrittsrisiko aber ebenfalls, und zwar schneller, als die Auszahlung wächst. Drei Voraussagen mit je 2.00 ergeben eine Gesamtquote von 8.00: Aus CHF 10 werden CHF 80, aber es muss dreimal dasselbe eintreten. Bei Jouez Sport umfasst eine Kombiwette zwei bis zehn Voraussagen, die Gesamtquote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100'000 nicht übersteigen. Sporttip kombiniert voneinander abhängige Wettereignisse derselben Veranstaltung ausschliesslich über eine bestimmte Funktion; nimmt der Veranstalter eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann er die gesamte Wette für ungültig erklären und den Einsatz erstatten.

Die Systemwette ist der Versuch, das Kombirisiko zu zerlegen. Sporttip erlaubt dafür einen Höchsteinsatz von CHF 10'000 gegenüber CHF 1'000 bei einer Einzel- oder Kombinationswette, was den Charakter der Sache gut beschreibt: Hier wird nicht mehr auf ein Ergebnis gesetzt, sondern ein Bündel von Teilmöglichkeiten gekauft, von denen einige eintreten dürfen. Teurer ist das nicht in der Quote, sondern in der Zahl der Wetten.

Ein Punkt, den kaum jemand erwähnt: Die reguläre Spielzeit umfasst bei Sporttip die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer ein Pokalspiel auf den Sieger nach 90 Minuten setzt, hat sehr wahrscheinlich nicht verloren, sondern eine andere Wette abgegeben als gedacht.

|rundlag

Boosts, Cash-Out und die Bedingungen dahinter

Wettquoten sind nicht statisch, und die Schweizer Veranstalter haben Werkzeuge, die den Nettogewinn nachträglich verändern. Das lohnt eine nüchterne Bestandsaufnahme, weil die Bedingungen den Nutzen dieser Werkzeuge stärker bestimmen als die beworbenen Prozentsätze.

Der Kombiboost bei Sporttip gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Was heisst das in der Praxis? Wer vier Voraussagen findet, die die Mindestquote erfüllen, und alle vier treffen, bekommt 5 Prozent obenauf. Das ist eine faire Zutat für den, der ohnehin kombiniert; es ist kein Grund, eine fünfte Voraussage dazuzunehmen, nur um eine Stufe zu erreichen. Denn jede zusätzliche Voraussage senkt die Trefferwahrscheinlichkeit der ganzen Kombination, und der Boost wirkt ausschliesslich auf den Nettogewinn, nicht auf den Einsatz.

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online, ausschliesslich für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro wettender Person nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der letzte Punkt ist der, den man beim Setzen liest und beim Cash-Out vergisst: Wer den Boost mitnimmt und später aussteigt, tauscht die Erhöhung gegen die Möglichkeit ein, auszusteigen.

Cash-Out gibt es bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Auszahlungsbetrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden. Das ist logisch – der Veranstalter kauft eine offene Position zurück und lässt sich das bezahlen – aber es ist der Grund, warum ein Cash-Out selten die Erwartung des Wettenden trifft. Wer aussteigt, weil ein Spiel kippt, verkauft die Chance, dass es sich wieder dreht, zum Preis der Spanne.

Rechtlicher Rahmen: warum «beste Quote» in der Schweiz eine Vorauswahl ist

Der Vergleich in der Schweiz hat eine Besonderheit, die ihn von jedem internationalen Quotenportal unterscheidet: Die Anbieterseite ist abgeschlossen. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz und unterstehen der Aufsicht der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Nicht die ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Wettanbieter, weil es keine gibt; die Gespa publiziert lediglich eine Sperrliste blockierter ausländischer Domains. Damit ist jede Suche nach «den besten Quoten» zuerst eine Frage des Serviceraums: Ein Online-Konto bei Swisslos ist Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Vertragsgebiet vorbehalten, also in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.

Damit sind die beiden Angebote in der Praxis keine Alternative zueinander, sondern eine regionale Zuweisung. Wer in Bern wohnt, hat ein Wettkonto bei Sporttip; wer in Neuenburg wohnt, bei Jouez Sport. Der Vergleich der Quoten findet nicht statt, er wird durch den Wohnort vorweggenommen. Das ist ein eigentümlicher Befund für ein Thema, das überall sonst auf dem Wettmarkt ein Vergleichsthema ist, und er ist die wichtigste Einzelheit dieser Seite.

Was in der Schweiz überhaupt Gegenstand einer Wette sein darf, ist ebenfalls nicht offen. Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten. Qualifikationsrunden sind nur erfasst, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, und Ranglistenwetten nur dann, wenn die Rangierung den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe gibt es nicht, Eckball- und Kartenmärkte erscheinen in der Liste nicht, und eine Esport-Sektion gibt es dort ebenfalls nicht. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zulässig.

Livewetten sind erlaubt, vor Spielbeginn und live, sofern der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hält; eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das Gesetz nicht. Bei Sporttip gilt eine Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Entscheid des Videoschiedsrichters – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Das ist die nüchterne Antwort auf das Klischee der «sicheren Livewette»: Wenn der Ausgang bereits eingetreten ist, zahlt der Veranstalter den Einsatz zurück und behält die Position.

|echtsla

Wenn eine Wette ins Leere geht: Absagen, Verfall und Einsprache

Kaum jemand liest diese Regeln vor der ersten Wette, und sie entscheiden genau dann, wenn es darauf ankommt.

Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn – oder im Rahmen eines Turniers – nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage Quote 1.00. Wer eine Zehnerkombination gesetzt hat und drei abgesagte Spiele erlebt, hält am Ende eine Siebenerkombination in der Hand – mit einer Gesamtquote, die deutlich unter der erwarteten liegt. Das ist keine Ungerechtigkeit, sondern die Regel, die man kennen sollte, bevor man einen Boost-Stufenplan auf eine lange Kombination aufbaut.

Gewinne verfallen bei Sporttip, wenn sie nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden; sie fallen dann zugunsten des Zwecks der Swisslos an, also an die Lotteriegewinne für gemeinnützige Zwecke. Wer die Auszahlung verweigert bekommt, kann innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief Einsprache erheben. Ein halbes Jahr klingt grosszügig, ist es aber nur für den, der sein Konto regelmässig anschaut. Sportwetten sind kein Sparbuch, und ein vergessener Wettschein ist das ehrlichste Beispiel dafür.

Bei Jouez Sport gelten eigene Grenzen: Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300'000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1'000'000. Solche Zahlen wirken theoretisch, bis man sich vergegenwärtigt, was sie bedeuten – eine Gewinnobergrenze ist eine Deckelung genau in dem Fall, in dem der Einsatz am besten gelaufen ist. Für praktisch jeden Wettschein bleibt sie folgenlos; sie ist trotzdem der Punkt, an dem die Bedingungen aufhören, Kulisse zu sein.

Dazu kommen die Einsätze selbst. Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz online bei CHF 2, in den Verkaufsstellen bei CHF 3 und für Multiples bei CHF 2, der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7'500 Einsatz enthalten. Die Limiten sind also unterschiedlich, und das ist der einzige Punkt im ganzen Vergleich, an dem ein Westschweizer Konto einem deutschschweizer Konto strukturell überlegen ist – mit CHF 1'000 gegenüber CHF 500 Höchsteinsatz.

Warum eine hohe Quote das Verlustrisiko nicht senkt

Eine Quote von 5.00 auf einen Aussenseiter ist kein Angebot mit besseren Konditionen, sondern eine Bezahlung für ein unwahrscheinlicheres Ereignis. Der Erwartungswert ändert sich durch die Höhe der Quote nicht; das tut nur die Streuung. Wer bei gleichem Einsatz auf hohe Quoten umschwenkt, gewinnt seltener grössere Beträge statt häufiger kleiner. Über viele Wetten hinweg bleibt davon weniger übrig, nicht mehr, weil die Marge auf jedem einzelnen Einsatz anfällt.

Was tatsächlich hilft, ist keine Quote, sondern eine Grenze. Bei Swisslos müssen Spielende vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9'999 und CHF 1'000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Der Unterschied zwischen Senkung und Erhöhung ist der ganze Punkt dieser Regel: Der Entschluss, weniger zu setzen, wirkt augenblicklich; der Entschluss, wieder mehr zu setzen, muss drei Tage überleben. Wer diese Frist als Gängelung liest, hat sie nicht zu Ende gelesen – sie schützt vor dem eigenen Entschluss von zwei Uhr morgens.

Die Spielsperre geht weiter. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre ist erst nach drei Monaten aufhebbar, und eine Fachstelle ist daran beteiligt. Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Das ist die seltene Stelle, an der ein Schweizer Spielerschutzsystem tatsächlich lückenlos funktioniert: eine Sperre bei einem Veranstalter erreicht auch den anderen und die Casinos.

Nüchtern bleibt ein Befund, den man nicht wegformulieren sollte: Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Die Online-Schranken sind also strenger als der Tresen. Wer glaubt, der persönliche Kontakt am Kiosk sei die sicherere Variante, hat die Zahlen gegen sich.

Wie die beiden Veranstalter ihre Quoten unterscheiden

Vergleicht man zwei Anbieter, vergleicht man zuerst ihre Limiten, Bedingungen und Auszahlungswege und erst danach die Preise – weil sich Preise ändern und Bedingungen nicht.

Der wichtigste strukturelle Unterschied ist die Erreichbarkeit. Swisslos mit Sporttip bedient die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein; die Loterie Romande mit Jouez Sport die sechs Westschweizer Kantone. Ein Wettender hat in der Regel keine Wahl zwischen den beiden, und der Anspruch auf die «besten Quoten der Schweiz» löst sich damit in eine Frage des Wohnkantons auf. Wer diesen Punkt nicht kennt, sucht nach einem Vergleich, den die Rechtsordnung nicht vorsieht.

Der zweite Unterschied liegt in den Einsatzgrenzen. Sporttip erlaubt bis CHF 1'000 pro Einzel- oder Kombinationswette und bis CHF 10'000 pro Systemwette, Jouez Sport bis CHF 500 bei Einzel- und Kombiwetten. Für den Kleinsteinsatz ist es umgekehrt: CHF 1 bei Sporttip gegen CHF 2 online und CHF 3 in den Verkaufsstellen bei Jouez Sport. Wer mit kleinen Beträgen arbeitet, findet in der Deutschschweiz die niedrigere Eintrittsschwelle.

Der dritte Unterschied betrifft den Auszahlungsweg – und hier ist Jouez Sport bei einem Detail grosszügiger. Bei Jouez Sport gibt es keine Kommission, aber auch keine Angaben dazu, wie lange eine Auszahlung dauert; der Wettschein ist ein Wettschein. Bei Sporttip gibt es eine klare Staffelung: Spielguthaben wird innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto ausgezahlt; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

Das ist der Punkt, an dem die «beste Quote» an Bedeutung verliert. Zwei Prozent bessere Quote auf einen Einsatz von CHF 50 sind CHF 1 mehr. Eine Kommission von 3 Prozent auf eine Auszahlung von CHF 200 sind CHF 6 weniger. Wer die Wahl hat, sollte die Gebührenordnung lesen, nicht die Quotentafel.

Wann eine Quote überhaupt mit einer anderen vergleichbar ist

Zwei Zahlen sind nur dann vergleichbar, wenn sie denselben Markt desselben Ereignisses mit denselben Auszahlungsbedingungen betreffen. In der Praxis heisst das: gleiche Sportart, gleiches Spiel, gleiche Wettart, gleicher Zeitpunkt der Abgabe. Eine Pre-Match-Quote und eine Live-Quote desselben Spiels sind verschiedene Grössen, weil der Veranstalter sein Risiko im Spielverlauf neu bepreist. Und eine Quote auf den Sieger nach 90 Minuten ist nicht die Quote auf den Sieger des Wettbewerbs. Wer Quoten tausender Spiele aus einem Portal nebeneinanderlegt, vergleicht nicht Quoten, sondern Stichproben.

Die zehn Anbieter im Einzelnen

Die Reihenfolge ist nicht alphabetisch und nicht nach Werbebudget sortiert. Sie folgt der Frage, was ein Wettender in der Schweiz real tun kann: erst die beiden Veranstalter, die Sportwetten anbieten dürfen, dann die ausländischen Marken, auf die man beim Suchen trifft. Jede von ihnen trägt den Vermerk «ohne Schweizer Bewilligung», und das ist die sachlichste Einordnung, die eine solche Marke bekommen kann. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist eine Straftat und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500'000 bestraft; deshalb steht hier eine Beschreibung und eine Bewertung, keine Aufforderung.

Brand Status Veranstalter / Lizenz
Swisslos Sporttip Bewilligung Swisslos
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung Loterie Romande
BC.Game ohne Schweizer Bewilligung nicht etabliert
BetFury ohne Schweizer Bewilligung nicht etabliert
Cloudbet ohne Schweizer Bewilligung nicht etabliert
Playzilla ohne Schweizer Bewilligung nicht etabliert
Roobet ohne Schweizer Bewilligung nicht etabliert
Betovo ohne Schweizer Bewilligung nicht etabliert
AmunRa ohne Schweizer Bewilligung nicht etabliert
Bettilt ohne Schweizer Bewilligung nicht etabliert

Swisslos Sporttip: der Veranstalter für die Deutschschweiz

Betrieben von der SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, die Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 veranstaltet. Das Produkt heisst Sporttip und ist im Vertragsgebiet verfügbar: in den 19 Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Die Bewilligung ist eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, ein Grossspiel, unter Aufsicht der Gespa.

Das Wettangebot folgt der Gespa-Liste. Wer auf Karten, Eckbälle oder Esport setzen will, wird hier nicht fündig. Wer auf ein Ligaspiel setzen will, findet es.

Was Sporttip im Vergleich auszeichnet, ist die Ausstattung – nicht die Zahl der Märkte, sondern die Zahl der Werkzeuge um die Wette herum. Der Kombiboost gilt online für Prematch-, Live- und Systemwetten ab vier Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50. Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur vollständig, ohne Teilauszahlung; ein ausgeführter Cash-Out ist endgültig, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Quoten- und Profitboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, sind pro Person einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert und verfallen bei einem Cash-Out.

Das Wettkonto verlangt vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage mit einer Oberlimite von CHF 9'999 und CHF 1'000 für unter 21-Jährige; eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach 72 Stunden. Dazu kommt die freiwillige Einzahlungslimite für je 30 Tage. Spielguthaben lässt sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, Mindestbetrag CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10'000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9'999 nicht übersteigt. Als Zahlungsart bietet Swisslos unter anderem PostFinance Pay an, bei dem die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird.

Auszahlungen laufen zweimal pro 365 Tage gebührenfrei auf ein Konto in eigenem Namen, danach kann eine Kommission von 3 Prozent anfallen; die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage, Gratisspielguthaben ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1'000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; darüber wird bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Konto überwiesen.

Das Zusammenspiel aus Boost, Cash-Out und Staffelgebühr ist der eigentliche Charakter dieses Angebots: Es belohnt den, der regelmässig online mit mittleren Kombinationen arbeitet und sein Guthaben selten, aber in grösseren Beträgen bewegt. Es belohnt nicht den, der zweimal im Monat je CHF 20 auszahlt – dafür ist die dritte Auszahlung zu teuer.

Loterie Romande Jouez Sport: das Westschweizer Pendant

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; ihre Kontaktadresse nennt sie an der Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne, und sie zählt 2'350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Die Bewilligung ist dieselbe Konstruktion wie bei Swisslos: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, ein Grossspiel, unter Aufsicht der Gespa.

Der Vertrieb über Verkaufsstellen ist hier stärker ausgeprägt als ein reines Online-Modell, was sich in den Mindesteinsätzen niederschlägt: CHF 2 online, CHF 3 in den Verkaufsstellen, CHF 2 für Multiples. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500, ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7'500 enthalten. Eine Kombiwette umfasst zwei bis zehn Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100'000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300'000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1'000'000.

Wer in Genf oder Lausanne wohnt, hat zu diesem Produkt gar keine Alternative – Sporttip steht ihm nicht offen. Wer die Wahl hätte, würde bei einem Höchsteinsatz von CHF 500 gegenüber CHF 1'000 die Grenze schneller erreichen, und ein Wettschein mit CHF 7'500 Gesamteinsatz ist kein Kleinbetrag. Für grosse Einsätze auf ein einzelnes Ergebnis ist die Westschweizer Lösung die engere.

Kontoführung und Auszahlung folgen dem Règlement in seiner 17. Ausgabe. Wer sein Konto im Blick behält und mittlere Einsätze fährt, hat hier ein in sich stimmiges Produkt ohne die Gebührenstaffel der Deutschschweizer Lösung.

BC.Game: ohne Schweizer Bewilligung

BC.Game hat keine Schweizer Bewilligung und ist damit kein bewilligter Sportwetten-Veranstalter im Sinne des Geldspielgesetzes. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung, und eine als gemeldet bezeichnete Bewilligung ist hier ohne Geltung. Das Konto ist nicht an das Schweizer Sperrregister angebunden, es gibt keinen Schweizer Rechtsschutz, und Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und von Schweizer Telekom-Anbietern per DNS blockiert werden.

Für einen Wettenden heisst das konkret: keine Spielsperre, die über die Marke hinaus wirkt, keine Schweizer Aufsicht über die Auszahlung, kein Weg zu einer Schweizer Stelle, wenn das Guthaben verschwindet. Die Marke ist für den interessant, der ohnehin ausserhalb der Schweiz steuert und die Regeln des Anbieters selbst liest. Für den, der ein Schweizer Konto und Schweizer Rechtsschutz voraussetzt, ist sie schlicht die falsche Adresse.

BetFury: ohne Schweizer Bewilligung

BetFury hat keine Schweizer Bewilligung. Es gilt, was für alle ausländischen Marken gilt: kein Schweizer Veranstalterstatus, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, Sperrliste mit DNS-Blockierung möglich.

Wer hier ein Konto eröffnet, wählt ausdrücklich ein privatrechtliches Verhältnis zu einem Anbieter ausserhalb der Schweizer Aufsicht. Die Beschreibung und Bewertung einer solchen Marke ändert daran nichts – beides ist erlaubt, die Aufforderung, dort zu spielen, wäre es nicht. Wer die Schweizer Limiten und die Verlustlimitenpflicht nicht missen will, ist hier falsch; wer sie bewusst hinter sich lässt, sollte die Bedingungen des Anbieters zum Thema Auszahlung und Identitätsprüfung mindestens so genau lesen wie dessen Quotentafel.

Cloudbet: ohne Schweizer Bewilligung

Cloudbet hat keine Schweizer Bewilligung. Es gibt keinen Schweizer Veranstalterstatus, keine Anbindung an das Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsschutz; die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.

Der praktisch relevante Punkt für einen Schweizer Wettenden ist die Auszahlungsseite. In der Schweiz sind Gewinne und Guthaben nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers auszahlbar, und eine Kreditgewährung an Spielende ist unzulässig; anonyme Auszahlungen gibt es nicht. Wer bei einer Marke ausserhalb dieser Ordnung spielt, verliert genau diese Absicherung – nicht als Nebeneffekt, sondern als Kern. Die Quote ist dann der zweitwichtigste Teil des Angebots.

Playzilla: ohne Schweizer Bewilligung

Playzilla hat keine Schweizer Bewilligung. Damit fehlen der Schweizer Veranstalterstatus, die Sperrregisteranbindung und der Schweizer Rechtsschutz; eine Blockierung über die Sperrliste ist möglich.

Solche Marken werden meist wegen höherer Quoten aufgesucht. Dazu gehört ein Satz, den man nicht oft genug sagen kann: Eine Marge ist keine Tatsache der Natur, sondern eine Preissetzung. Wenn ein Anbieter ohne Schweizer Aufsicht eine bessere Quote anschreibt, ist das kein Geschenk, sondern eine Position, die er sich leisten kann, weil an ihn kein Schweizer Rechenschaftsanspruch gestellt wird. Ob sich diese Rechnung für den Wettenden ausgeht, entscheidet nicht die Quote, sondern die Frage, was passiert, wenn etwas schiefgeht.

Roobet: ohne Schweizer Bewilligung

Roobet hat keine Schweizer Bewilligung. Kein Schweizer Veranstalterstatus, keine Sperrregisteranbindung, kein Schweizer Rechtsschutz, Sperrliste mit DNS-Blockierung möglich.

Die Schweizer Bewilligungsordnung ist bewusst eng: ein Grossspiel, eine Veranstalterbewilligung, eine Spielbewilligung, ein begrenzter Katalog erlaubter Sportarten und Wettarten, keine Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen. Eine Marke ausserhalb dieser Ordnung unterliegt keiner dieser Grenzen – auch nicht derjenigen, die den Wettenden schützen. Das ist der Preis der Auswahl, und er ist nirgends auf einer Quotentafel aufgeführt.

Betovo: ohne Schweizer Bewilligung

Betovo hat keine Schweizer Bewilligung. Es fehlen der Schweizer Veranstalterstatus, der Anschluss an das Sperrregister und der Schweizer Rechtsschutz; eine Aufnahme in die Sperrliste ist möglich.

Der wesentliche Unterschied zu einem bewilligten Anbieter liegt nicht im Produkt, sondern im Verhältnis. Ein Schweizer Veranstalter steht unter einer Aufsicht, die Testkäufe durchführt, Bedingungen prüft und Bussen aussprechen kann. Bei einer Marke ohne Schweizer Bewilligung gibt es keine vergleichbare Instanz, und ein Streit über ein Guthaben ist ein Streit mit einem privaten Unternehmen nach dessen eigenen Regeln. Wer das in Kauf nimmt, sollte es bewusst tun.

AmunRa: ohne Schweizer Bewilligung

AmunRa hat keine Schweizer Bewilligung. Damit fehlen Schweizer Veranstalterstatus, Sperrregisteranbindung und Rechtsschutz; die Domain kann über die Sperrliste blockiert werden.

Für einen Wettenden in der Schweiz hat eine solche Marke einen definierten Platz: Sie ist eine Option für den, der die Schweizer Ordnung ausdrücklich nicht will, und keine Option für den, der eine Absicherung sucht, die über die Bedingungen einer einzelnen Website hinausgeht. Die Entscheidung liegt beim Wettenden, aber die Folgen sind in diesem Fall klar verteilt: auf einer Seite.

Bettilt: ohne Schweizer Bewilligung

Bettilt hat keine Schweizer Bewilligung. Kein Schweizer Veranstalterstatus, kein Sperrregisteranschluss, kein Schweizer Rechtsschutz; eine DNS-Blockierung über die Sperrliste ist möglich.

Die Sperrliste macht die Sache praktisch ungemütlicher, als sie formal ist: Blockierte Domains werden nach Angaben der Gespa innert Stunden ersetzt, und das Ersatzangebot ist wieder eine Website ohne Schweizer Aufsicht mit wechselnder Adresse. Für den Wettenden bedeutet das vor allem eines: Wer die Erreichbarkeit zum Kriterium macht, hat keine stabile Grundlage. Für einen Vergleich der Sportwetten-Quoten in der Schweiz ist diese Gruppe deshalb kein Teilnehmerfeld, sondern ein Randphänomen.

Was der Quotenvergleich am Ende aussagt

Über den Vergleich zweier bewilligter Veranstalter lässt sich am Ende etwas sagen, das in keinem Quotenportal steht: Der Anbietermarkt ist kein Markt. Ein Wettender in der Schweiz wählt nicht, er wird zugewiesen. Wer im Vertragsgebiet von Swisslos wohnt, wettet bei Sporttip; wer in einem Westschweizer Kanton wohnt, bei Jouez Sport. Die Suche nach der besten Quote führt deshalb zwangsläufig zu einer Detailprüfung innerhalb eines Angebots – welche Wettart, welche Limite, welche Gebühr – und nicht zu einem Rundgang durch zehn Preistafeln.

Das ist kein Nachteil für den Wettenden, aber es ist ein anderer Entscheidungsweg. Bei zwei Anbietern, die einander ausschliessen, vergleicht man nicht mehr Preise. Man prüft die Bedingungen des eigenen Veranstalters und richtet das eigene Verhalten daran aus. Ob die Auszahlung zweimal gratis ist oder häufiger, ob die Limite bei CHF 1'000 oder bei CHF 500 liegt, ob vier Voraussagen nötig sind oder zwei – das sind die Stellschrauben, die tatsächlich etwas verändern.

Und die ehrlichste Formulierung des Ganzen: Die «beste Quote» ist eine Zahl, die man messen kann, und ein Nachteil, den man nicht messen kann, wiegt schwerer als ein Vorteil, den man in Zahlen nachlesen kann. Wer im Ausland mit zwei Prozentpunkten besserer Quote spielt und dafür auf Aufsicht, Sperrregister und Rechtsschutz verzichtet, hat nicht besonders schlau eingekauft. Er hat mit einem Teil des Einsatzes etwas anderes gekauft, als er glaubte.

Häufige Fragen zu Sportwetten-Quoten in der Schweiz

Welcher Wettanbieter hat in der Schweiz die besten Quoten?

Die Frage lässt sich so nicht beantworten, weil es nur zwei bewilligte Veranstalter gibt: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Sie haben getrennte Serviceregionen, ein Konto ist nur für dort wohnhafte Personen möglich. Ein Wettender wählt also nicht aus zwei Angeboten, sondern hat in seiner Region eines.

Wie funktioniert eine Quote bei einer Sportwette?

Sie ist der Faktor, mit dem der Einsatz verrechnet wird. Eine Quote von 2.10 zahlt für jeden eingesetzten Franken CHF 2.10 zurück, davon CHF 1.10 Nettogewinn. In der Quote steckt die Spanne des Veranstalters, weshalb zwei Anbieter für dasselbe Ereignis unterschiedliche Zahlen anschreiben können, ohne dass einer falsch liegt.

Wie wird der Gewinn aus Einsatz und Quote berechnet?

Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal dem Produkt der Einzelquoten. Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und anschliessend auf 5 Rappen genau abgerundet. Aus CHF 20 auf eine Quote von 2.10 werden so CHF 42.00, davon CHF 22.00 Nettogewinn.

Woher kommen die Quoten und was verdient der Anbieter daran?

Der Veranstalter preist ein Ereignis so ein, dass die Kehrwerte aller Quoten eines Marktes zusammen über eins liegen. Bei einem illustrativen Zwei-Weg-Markt mit 1.90 auf beiden Seiten sind das rund 94,7 Prozent Auszahlungsquote und rund 5,3 Prozent Marge – als Bandbreite zu lesen, denn sie fällt je nach Sportart und Markt unterschiedlich aus.

Wie wirkt sich die Gesamtquote bei einer Kombiwette aus?

Die Einzelquoten werden multipliziert. Zwei Voraussagen mit 2.10 und 1.90 ergeben eine Gesamtquote von 3.99, drei mit je 2.00 eine von 8.00. Die Auszahlung wächst damit deutlich, das Eintrittsrisiko aber schneller, weil jede zusätzliche Voraussage eintreten muss. Sporttip bietet dafür einen Kombiboost ab vier Voraussagen mit je mindestens 1.50.

Welche Höchstgewinne gelten bei Jouez Sport?

Bei Jouez Sport liegt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette bei CHF 300'000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1'000'000. Eine Kombiwette umfasst zwei bis zehn Voraussagen, und die Gesamtquote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100'000 nicht übersteigen.

Dieser Beitrag wurde vom Team von Kombitipps Heute erstellt.

Ähnliche Beiträge